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Wenn
Sie sich erst mal eine Wohnung / Haus mieten wollen, so werden Sie
gleich mal mit dem ersten Problem konfrontiert : Da das französische
Gesetz Bürger schützt, die in finanziellen Notlagen sind,
heißt das im Klartext, dass ein Wohnungsvermieter einen Mieter
bei Mietrückstand nicht auf die Strasse setzen kann. Zieht sich
dieser Zustand über Monate oder gar Jahre hin, kann dies
natürlich den Vermieter selbst in eine finanzielle Notlage
bringen (weil er z.B. einen Kredit auf die vermietete Wohnung laufen
hat). Also verlangen Vermieter eine Mietausfallversicherung und die
gibt es nur, wenn man in ungekündigtem und unbefristeten Arbeitsverhältnis
steht, was aber bei "frischen" Einwanderern meist
nicht der Fall ist.
Da Mietwohnungen oftmals schneller vermietet
sind, als die Druckerschwärze der Annonce zum trocknen braucht,
sind viele Maklerbüros mittlerweile sehr anspruchsvoll bei der
Kundenauswahl. Verdienstnachweis über ein Monatseinkommen von
mindestens der dreifachen Monatsmiete, drei Monatsmieten Kaution und
eine Bankbürgschaft.
Apropos Annoncen und Makler : Zeitungsannoncen, die eine scheinbar günstige Mietwohnung anpreisen und bei denen kein Maklerhonorar sondern eine Vermittlungsgebühr bzw. Unkosten (" frais " oder "ABT") von nur ca. 140 - 170 € verlangt werden, sind nicht etwa von einem besonders humanen Makler (eh' schon ein Widerspruch in sich selbst) sondern sind Agenturen, die Ihnen für diesen Unkostenbeitrag Listen mit Wohnungen andrehen wollen. Wundern Sie sich nicht, wenn Sie die in den Listen angebotenen Wohnungen schon aus der freien Presse kennen und ein Grossteil schon seit längerem vermietet ist.
Wenn Sie einen Vermieter finden, der mit Ihnen einen befristeten Vertrag über eine möblierte Wohnung ("meublé" im Gegensatz zu "vide") abschließt, um damit die Problematik des Kündigungsschutzes zu umgehen, bleiben Strom und Telefon meistens auf ihn angemeldet. Da Sie in Frankreich für alles mögliche aber einen Wohnsitznachweis brauchen und dafür in der Regel eine Strom- oder Telefonrechnung die auf Ihren Namen lautet, verlangt wird, haben Sie schon wieder ein Problem. Tja, alles nicht so einfach!
Als
nächstes brauchen Sie mal ein Konto bei einer französischen
Bank. Dies ist in der Regel noch relativ einfach - mit einem
Wohnsitznachweis ;o)
Da in Frankreich Kreditkarten sehr verbreitet
sind, sollten Sie gleich eine Mitbeantragen - das geht in Frankreich
relativ locker. Achten Sie aber darauf, daß es "richtige"
Kreditkarte ist und keine "electron"-Karte oder so -
die funktionieren nämlich weder an Autobahnmautstellen, wird
nicht von allen Händlern akzeptiert, geht meist auch nicht im
Ausland (z.B. in Ihrer Heimat!) - kurzgesagt : ziemlich
uninteressant.
Am verbreitesten ist die Visacard. Am Besten mit
"débit différé", also Abbuchung am
Monatsende; im Gegensatz zu "débit immédiat",
wo sofort abgebucht wird. Bei Letzterem wird jedes Mal die
Genehmigung Ihrer Bank eingeholt (von wegen ausreichender
Kontodeckung), was freilich im Ausland nicht immer funktionieren
kann.
Erkundigen Sie sich auch über die Höchstsummen für
Bargeldabhebungen im Ausland ! Die sind oftmals standardmäßig
sehr gering gehalten und müssen bei Bedarf von Ihrem Banker
erhöht werden. Sonst kann es Ihnen passieren, daß Sie bei einem
Besuch in der Heimat nur 500€ / Woche abheben können –
damit kommt man natürlich nicht weit.
Lassen Sie sich keine "MONEO"-Karte andrehen. Das ist auch so eine Schnapsidee der Banken : Chipkarten, die man mit bis zu 100 € in seiner Bank laden kann (wird Ihnen natürlich sofort von Ihrem Konto abgebucht) und mit der Sie dann in manchen Geschäften Kleinbeträge bis zu 30 € bezahlen können. Ist natürlich praktisch für die Banken, weil damit nicht nur der teure Bargeldverkehr wegfällt, nein, sie verdienen auch noch Geld mit dem Verkauf der Lesegeräte und vor allem mit den Provisionen auf die Umsätze. Draufzahlen tun also wieder einmal Sie und der Händler (der seine gestiegenen Kosten wiederum auf den Kunden - also wieder Sie - abwälzt).
Banker
und Banken sind in Frankreich auch nicht besser als in Deutschland.
Langsam, schwerfällig und alles andere als Europatauglich.
Die
BNP Paribas - Banque National de Paris - ist eine sehr
kreative Bank ; wenn es darum geht , sich bei den Gebühren
ganz saftig und ungeniert von Ihrem Konto zu bedienen (das Neueste
ist z.B. eine Gebühr von 5€, wenn Sie am Schalter
weniger als 150 € abheben wollen); die Kontoführung über
Internet durch den Kunden, die ja eigentlich der Bank hilft Personal
zu sparen, kostet 50 Cent pro einloggen,
Für
eine SWIFT - Überweisung (ähnlich einer telegrafischen
Überweisung, die eigentlich innerhalb eines Tages oder zumindest
in 2-3 Werktagen funktionieren sollte) braucht die BNP schon einmal
satte zwei Wochen - weil Sie die Formulare nämlich per
POST rumschickt ; scheinbar kann ein Angestellter in einer Filiale
einen solch "hochkomplizierten" Vorgang nicht allein in die
Wege leiten, das muß man schon in die Hauptverwaltung schicken !! Da
wäre es ja mit der guten alten Postkutsche noch schneller
gegangen, Freunde!
Der neueste Einfall der BNP : kein
Bargeldverkehr am Donnerstag ! Ja genau, Sie haben sich nicht
verlesen : am Donnerstag ist die Bank zwar geöffnet aber Sie
können Bargeld nur am Automaten ziehen und Bargeld auf das Konto
einzahlen geht gar nicht! Dies gilt für die Filiale in Beaulieu
sur mer. Andere Filialen haben an anderen Tagen ihren bargeldlosen
Tag, wieder andere nehmen Bargeld nur vormittags. Sprich es gibt
keine einheitliche Regelung für alle Filialen, sonst wäre
es ja zu einfach für den Kunden.
Bankgeschäfte bei der
BNP verlangen also eine genaue Planung :
Montag ist
ganztägig geschlossen (geht ja gut los, die Woche)
Dienstag
und Mittwoch werden alle Services angeboten (zumindest bisher;
vielleicht gibt's ja bald Tage, an denen nur verheiratete Kunden
bedient werden ; Singles dann am nächsten Tag o.ä.)
Donnerstag
nur bargeldlose Tätigkeiten (stellen Sie sich den
Anfängerbankräuber vor, der nach tagelangem Zögern
endlich seinen ganzen Mut aufbringt und die Bank stürmt - an
einem Donnerstag ! Kein Geld da, nicht der geringste Centimes :
Désolé Monsieur, heute kein Bargeld! Wenn Sie morgen
wiederkommen möchten? Oder darf's vielleicht 'ne Überweisung
sein)
Freitag : normaler Service, aber wahrscheinlich
endlose Schlangen vor dem Schalter
Samstag : jetzt aber
zügig, denn die Bank macht Mittag schon zu!
Sonntag :
klar, daß die Bank heute geschlossen ist. Somit haben Sie Zeit, die
Planung für nächste Woche zu machen.
Und wenn Sie
bei Ihrem Bankbesuch mal eben Devisen kaufen wollen, zum Beispiel
Dollars für den USA - Urlaub
:
Sorry, no change !!!
Nein, das waren keine Aprilscherze !
Andere
Banken haben auch ihre Macken, aber die BNP schießt wirklich
den Vogel ab. (Zwischenzeitlich hat die BNP ihre Strategie
scheinbar geändert : Bargeldtransaktion waren dann in
Beaulieu wieder jeden Tag möglich -
aber nur vormittags !!!!)
Die BNP wird von den verschiedensten Experten wie
Steuerberatern, Wirtschaftsprüfern oder Geschäftsleuten immer wieder als extrem
unflexibel und kompliziert eingestuft.
Die Credit Lyonnais ist bei vielen Franzosen wenig beliebt, weil sie durch unverantwortliche Groß-Kreditvergaben in die Pleite gerauscht ist und der Staat sie mit Milliarden von Steuergeldern auffangen mußte, um die Einlagen der kleinen Sparer zu retten.
Die Credit Agricole hat den Spitznamen "Credit Bricole" (bricoler = basteln, pfuschen).
Banken lassen heutzutage gerne ihr Personal rotieren (nicht im Sinne von "Arbeitseifer im Dienste des König Kunde" ; Nein : Jobrotation sprich Filialwechsel). Also kaum haben Sie sich den Kundenbetreuer so zurechtgebogen, daß er funktioniert, kommt ein Neuer und Sie können von vorne anfangen.
Auch
in Frankreich gilt : Ein Banker, der was auf dem Kasten hat und
auch mal ein kalkulierbares Risiko eingeht .... ist nicht Banker,
sondern Unternehmer !
Es gibt natürlich wie überall
Ausnahmen, die die Regel bestätigen, aber erwarten Sie erst mal
nicht zuviel und setzen Sie am Besten eine Beamtenmentalität
voraus.
Bezeichnend
ist auch das Zitat eines Seminarleiters der Handwerkskammer
anläßlich eines Seminars für Unternehmensgründer :
"Französische Banker haben es - im Gegensatz zu
amerikanischen oder englischen Bankern - noch nicht gelernt, daß sie
PARTNER des Unternehmers sein sollten und nicht GEGNER"
Regionalkassen wie die Crédit Agricole oder die Banque Populaire (das französische Pendant zur deutschen Volksbank) sollte man ebenfalls meiden : Angenommen Sie haben ihr Konto bei der Banque Populaire de la Côte d'Azur , und Sie sind beispielsweise geschäftlich oder privat in Frankreich unterwegs und brauchen plötzlich eine größere Summe Geld für eine Autoreparatur, eine Hotelrechnung o.ä. und das Limit ihrer Kreditkarte ist bereits ausgeschöpft (oder die Werkstatt / das Hotel akzeptiert keine Kreditkarten und das Tageslimit am Automaten ist nicht hoch genug), dann gehen Sie einfach in die Bank rein und wollen das Geld vielleicht am Schalter abheben - ist ja schließlich genug Geld auf ihrem Konto drauf ! Pech gehabt ! Befinden Sie sich nämlich außerhalb Ihrer Region, dann hat die Banque Populaire z.B. in Paris oder Toulouse oder Bordeaux keinen Zugriff bzw. Einsicht auf ihr Konto. Obwohl Sie sich bei der Bank gleichen Namens befinden ! Sie müssen also Ihre Zweigstelle anrufen, damit die Ihnen telegrafisch Geld an die Filiale vor Ort überweist (ein bis zwei Tage Wartezeit)
Bei der Credit Agricole habe ich ebenfalls schlechte Erfahrungen machen müssen : meine Frau befand sich in stationärer Behandlung und ich wollte Bargeld auf ihr Konto einzahlen, da einige Abbuchungsaufträge für die nächsten Tage anstanden. Das Konto befindet sich zwar in einer anderen Region Frankreichs, aber ich hatte sowohl einen ihrer Kontoauszüge sowie die PLZ und den Ort ihrer Bankfiliale dabei. Eine Sachen von zwei Minuten, sollte man meinen. Aber der junge Schalterbeamte war nicht in der Lage die exakte Kontonummer für eine korrekte Verbuchung zu herauszufinden. Halb so schlimm, denn auf dem Kontoauszug befand sich auch eine Telefonnummer der Filiale, also hätte man einfach anrufen können und fragen ... aber es war eine Nummer, bei der man sich anschließend über Menüführung sich zum gewünschten Gesprächspartner durchzappen mußte und das ging von seinem Apparat aus nicht. Als ich diesen inkompetenten Tropf immer mehr unter Druck setzte und die Schlange hinter mir immer mehr wuchs, bekam er Panik und versuchte mich aus der Filiale hinauszubekommen : "Rufen Sie doch von einer Telefonzelle aus dort an und kommen Sie später mit den vollständigen Daten wieder" Als ich sagte ich würde nicht eher gehen, bevor die Sache geregelt sei, fragte er mich, ob ich überhaupt Kontovollmacht hätte (zur Erinnerung : es ging darum Geld auf das Konto einzuzahlen - ich wollte weder Kontostand oder irgendwelche Daten wissen !!!) Und das war nicht das erste Mal, daß solche Probleme dort auftauchten. Inkompetenz hoch drei
Eher gute Erfahrungen mit anderen Banken sind natürlich immer noch keine Garantie. Der Service hängt auch vom Personal in der jeweiligen Filiale ab und kann bei einem Personalwechsel schlagartig von gut in katastrophal umschlagen.
NACHTRAG : Wie bei allen Banken, kommt es aber in erster Linie auf das Führungspersonal in der Filiale an : die Société Générale hat in einer uns bekannten Filiale zwei ältere Herren in den Führungspositionen (die scheinbar nur noch auf die Rente warten) und das wirkt sich auf die ganze Filiale, also auch auf die jungen Mitarbeiter aus : eine simple Adressänderung konnte nicht am Schalter erledigt werden, sondern bedarf extra einer Terminvereinbarung ! Geforderte Standarddienstleistungen wurden nach vier Tagen Bearbeitungszeit (der Mitarbeiter wusste nicht, welches Formular, wie es geht etc etc) unter x-fachen schwammigen Ausreden solange hinausgezögert und verkompliziert, dass es schließlich scheiterte. Bei der sonst so umständlichen BNP wurde es kurz mit der HV telefonisch abgeklärt - lediglich um Verfahrensfehler auszuschließen - am gleichen Tag noch mündlich bestätigt, der Papierkram umgehend versandt und nach einigen Tagen wurde das juristisch rechtskräftige Dokument zur Zufriedenheit aller Beteiligten ausgehändigt.
Die BNP hat viele Partnerbanken und so kann man z.B. in den USA bei den Geldautomaten der Banc of America völlig Gebührenfrei Geld abheben. Da können bei einem Urlaub gleich mal mehrere €-Zehner Ersparnis rumkommen
Damit die Bank auch etwas zu tun bekommt, brauchen Sie vielleicht eine Arbeit um Geld zu verdienen?! In dem nachfolgenden Artikel Arbeiten und Geldverdienen finden Sie Internetadressen, wo Sie Jobs finden. Nun geht's also ans Bewerben.
Das französische Schulsystem unterschied sich deutlich vom deutschen (siehe Info und Grafik). Sie werden in den Anzeigen immer wieder einen Ausdruck lesen : Bac+2 oder Bac+4 o.ä. Dies bedeutet : Abitur mit anschließend 2 oder 4 Jahren Studium (Sie können sich ja vorstellen, dass Bac+2, also lediglich 2 Jahre Uni nicht gerade viel sind)
Selbst wenn gewisse Anforderungen, wie z.B. bereits Erfahrung in einer vergleichbaren Position erwünscht ("souhaitée") oder gar vorausgesetzt ("éxigée") werden, sollte Sie das nicht abhalten. Denn wenn nur wenige oder gar nur ein einziger Bewerber zur Verfügung steht, so schrauben Unternehmen schon mal ihre Ansprüche zurück.
Erwarten Sie nicht unbedingt eine Antwort !! Wenn Ihre Bewerbung Gefallen findet, so melden sich die Arbeitgeber schon bei Ihnen. Für Ablehnungsschreiben nehmen sich die wenigstens die Zeit und wenn, dann kommen die oft erst nach Monaten!
Nun
zu einigen Besonderheiten :
Der Lebenslauf ("CV" d.h.
Curriculum vitae) enthält neben den persönlichen Daten, in
Bezug auf die schulische Laufbahn nur die Daten der Abschlüsse
(Ihre "Laufbahn" in der Grundschule interessiert wirklich
nicht !), in Bezug auf Ihre Sprachkenntnisse gibt es einige
Standardausdrücke : notions scolaires =
Schulniveau; lu, écrit, parlé =
nahezu perfekt in Lesen, Schreiben, Sprechen; langue maternelle
= Muttersprache. Denken Sie daran, daß die meisten Franzosen kaum
Fremdsprachen beherrschen; wenn Sie also notions scolaires
angeben, dann ist das wirklich sehr rudimentär. Also lieber ein
bißchen übertreiben, mehr als eine Ablehnung nach einem
Bewerbungsgespräch kann Ihnen schließlich nicht
passieren.
Tipps zu Lebensläufen, Bewerbungsschreiben / - gesprächen sowie
Fehler, die es zu vermeiden gilt gibt es bei
cadresonline
Das Passfoto können Sie übrigens ruhig einscannen und dann in Ihren Lebenslauf einfügen; das ist billiger als ständig echte Fotos zu verschicken und wird nicht negativ bewertet. Sollte in der Stellenannonce eine E-Mail Adresse für die Übersendung der Bewerbungsunterlagen angegeben sein, so achten Sie darauf, dass Ihr Foto als jpg und nicht als Originalfoto sondern auf unter 500 kB herunterkomprimiert versendet wird
Bewerbungsschreiben : Lettre de motivation. Es ist in Frankreich oftmals noch handgeschrieben ("manuscrite"), da manche Unternehmen immer noch graphologische Gutachten erstellen lassen !!!
Sonstige
Standardausdrücke :
Formation = ihre schulische
Ausbildung
Stage(s) = ihre geleisteten
Praktika
Langues = Ihre Sprachkenntnisse
Expériences
professionnelles = ihre berufliche Laufbahn
Bis auf wenige, uninteressante Ausnahmen, die die französische Staatsangehörigkeit erfordern (Polizei, Militär etc) steht Ihnen als EU-Bürger der französische Arbeitsmarkt offen. Wundern Sie sich aber nicht über die Gehälter, die sind - selbst in Boombranchen wie IT - verglichen mit Deutschland skandalös niedrig. Sie können neben der regionalen Zeitung - in unserem Fall die Nice-Matin - und natürlich auch beim Arbeitsamt stöbern.
Übrigens : Nettogehalt heißt in Frankreich das, was Sie am Ende des Monats ausbezahlt bekommen ; Da es in Frankreich aber (noch) keinen "Steuerabzug an der Quelle" gibt, müssen Sie davon noch Ihre Steuern bezahlen (Sozialversicherung ist aber schon bezahlt). Im Normalfall rechnet man circa ein Monatsgehalt für die Einkommenssteuer und das ist i.d.R. jeweils am 15.10. (fürs Vorjahr) fällig.
Machen Sie ihre Einkommenssteuererklärung per Internet, haben Sie längere
Abgabefristen und bekommen 20€ Nachlass (funktioniert aber erst, wenn Sie
bereits eine Steuernummer haben).
Am besten wählen Sie dann auch noch den monatlichen Lastschrifteinzug; so
vermeiden Sie, den Zahlungstermin zu verpassen. Das kostet nämlich satte 10 %
Aufschlag - auch wenn Sie nur einen Tag zu spät zahlen !!
Wenn Sie Ihre Lebensmittel überwiegend in dem gleichen Geschäft bzw. bei der gleichen Kette kaufen, sollten Sie sich die jeweilige Karte des Hauses holen. Bei Carrefour heißt sie beispielsweise "Carte Pass". Wenn Sie mit dieser Karte bezahlen, bekommen Sie automatisch Rückvergütungen auf eine Vielzahl von Artikeln, die der Barzahler nicht bekommt. Meist macht das in der Summe nur 50 ct bis 1€ pro Einkauf aus (was sich dann immerhin auf 10 - 20€ am Ende des Monats summiert) aber manchmal gibt es Aktionen auf bestimmte Warengruppen, bei denen sogar bis zu 33 oder gar 50% drin sind.
Auch bei der Körpergröße gibt es ein Nord/Südgefälle und so sind die Franzosen im Schnitt kleiner als die Deutschen oder gar die Skandinavier. Das merkt man oft beim Kleidungskauf : mit meinen 1m86 sind meist sogar noch XXL (wenn diese Größe überhaupt angeboten wird) zu klein und zu kurz. Wenn Sie dieses Problem ebenfalls haben, probieren Sie es doch mal beispielsweise bei einer "Eden Park" - Boutique, da gibt's Größen bis zu XXXL - denn "Eden Park"¨stattet die französischen Rugbyspieler aus und die haben ja meistens ein breites Kreuz.
Wenn Sie sich übrigens zuerst eine Wohnung gesucht haben und bei der Anmeldung
ihres Wohnsitzes noch keinen Job hatten, so sollten Sie der Steuerbehörde sofort
mitteilen, wenn Sie einen Job gefunden haben. Es kann nämlich durchaus sein,
dass ihr Wohnsitz erstmal als Zweitwohnsitz geführt wird und dann ist die
Wohnsteuer ("la taxe d'habitation") deutlich höher wie bei Wohnungen, die
als Hauptwohnsitz dienen; Freibeträge
für Kinder u.ä. gibt es da auch nicht - also lieber mal nachfragen, das
kann mehrere hundert Euro pro Jahr sparen !
Die Wohnsteuer muss derjenige zahlen, der die Wohnung am 1. Januar des jeweiligen Jahres bewohnt ; egal ob als Mieter, Besitzer oder kostenlos Logierter; wenn Sie also eine Wohnung erst am 2. Januar oder später beziehen, fällt im ersten Jahr noch keine "taxe d'habitation" an, außer der Vormieter hat schon für das Jahr bezahlt und verlangt von Ihnen deren anteilmäßige Erstattung, was durchaus legitim ist und oft praktiziert wird
Die Wohnsteuer kommt den Gemeinden zugute und damit werden unter anderem Müllabfuhr bezahlt, die Wege und Strassen in Ordnung gehalten etc.
Die Wohnsteuer kann von Gemeinde zu Gemeinde stark differieren. Stehen Ihnen bei Ihrer Wohnungssuche schließlich mehrere Mietwohnungen in verschiedenen Gemeinden zur Auswahl, könnte die Höhe der taxe d'habitation auch ein Auswahlkriterium sein : in Nizza können bei einer 50m² großen Zweizimmer-Wohnung schon mal 1.200 € / Jahr an Steuer anfallen ; in den benachbarten Gemeinden wie Beaulieu oder Eze gerade mal die Hälfte !
In Frankreich
wird der Begriff Religionsfreiheit zum Glück noch wörtlich genommen : es steht
einem frei, inwieweit man seine Religionsgemeinschaft unterstützt - oder auch
nicht.
Während ca. 70 % der Franzosen sich offiziell als katholisch bezeichnen, zahlen
in Nizza jedoch nur ca. 4% der Bevölkerung FREIWILLIG eine Kirchensteuer (diese
Zuwendungen sind natürlich, wie viele andere Spenden steuerlich geltend zu
machen : 50% der geleisteten Spende)
Eine Pflichtsteuer wie in Deutschland gibt es nicht.
Der Bischof verdient, genau wie jeder Pfarrer, rund 800 € im Monat.
Seit kurzem sind in Schulen und Unis das Tragen offensichtlicher Religionssymbole untersagt - gemeint sind damit außer dem Christuskreuz auch das islamische Kopftuch / Schleier, indischer Turban u.ä. - diese "Religionsneutralität" nennt sich auf französisch " Laïcité "
Das französische Versicherungssystem unterscheidet sich vom deutschen in einigen wesentlichen Punkten. Die Hausratversicherung ist beispielsweise oftmals zwingender Bestandteil eines Mietvertrages, d.h. man muss dem Vermieter schnellstmöglich eine Bescheinigung über eine gültige Hausratversicherung vorlegen. In dieser Hausratversicherung ist meist auch gleichzeitig die Privathaftpflicht mitversichert - also gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.
Versicherungstarife verschiedener Gesellschaften sind in Frankreich aber schwer
vergleichbar, da viele Versicherer Nachlässe gewähren, wenn man bei ihnen
mehrere Verträge hat. Eine Autoversicherung, die etwas teurer als andere ist,
kann plötzlich erheblich günstiger sein, wenn man bei der gleichen Gesellschaft
auch den Hausrat versichert (auf die man ebenfalls Rabatt erhält, weil man ja
das Auto bei denen versichert hat).
Nicht wenige Gesellschaften bieten auch Sondertarife für Mitglieder an : das
heißt man bezahlt einmalig eine Aufnahmegebühr von beispielsweise 45 €
und hat dann einen Tarif, der wesentlich günstiger ist, als der Normaltarif bei
der gleichen Gesellschaft.
AXA ist z.B. bei Motorradversicherungen relativ teuer, ist man aber
Mitglied im Club 14 , so sind deren Tarife fast unschlagbar.
A propos Motorrad : der Schadensfreiheitsrabatt muss nicht mühsam im Laufe der
Jahre erworben werden, es wird einfach der BONUS (oder im schlechteren Falle der
MALUS) der Autoversicherung herangezogen, auch wenn das Auto bei einer anderen
Gesellschaft versichert ist. Das gilt analog für Zweitwagen.
Höchstmöglicher Bonus in
Frankreich ist 50 %. Deutsche SFR werden zur Hälfte angerechnet. Lassen Sie sich
also von Ihrem bisherigen, deutschen Versicherer eine Bescheinigung schreiben,
aus der hervorgeht wie viel Rabatt Sie haben. Deutsche Autoversicherungen fangen
ja bekanntlich bei 125 % an. Sind Sie nach einigen Jahren also beispielsweise
bei einem SFR von 80% angelangt sind das : 125% - 80% = 45% Bonus. Achten Sie
darauf, dass Ihnen der Versicherer einen Rabat von 45 % bescheinigt, und nicht
etwa einen SFR von 80 % , denn der französische Versicherer geht in der Regel
von einem Anfangssatz von 100 % aus und dann hätten Sie nur 20 % Bonus (von
denen ja wiederum nur die Hälfte angerechnet wird)
Autos, die älter als 10 Jahre sind, werden im Falle eines Diebstahles oder Totalschadens von der Vollkasko nur noch mit einigen hundert Euros ersetzt. Ist Ihr Auto in einem so guten Zustand, dass sich eine Vollkaskoversicherung in diesem Alter noch lohnt, müssen Sie ein Gutachten anfertigen lassen, auf dessen Grundlage dann erstattet wird. Wir haben für ein solches Gutachten 120 € bezahlt (ist einige Jahre gültig); einige Gutachter hätten aber bis zu 300 € verlangt - also vorab erstmal telefonisch Preise einholen. Die Direct Assurance hingegen, macht das auf ihre eigenen Kosten.
Versicherungsvergleiche wie über www.assurland.com sind sehr nützliche Entscheidungshilfen, aber es lohnt sich immer die jeweilige Versicherung anschließend direkt anzurufen (OHNE sich auf den Internetvergleich zu berufen !!) Ich habe am Telefon für den gleichen Tarif, für das gleiche Auto, bei der gleichen Gesellschaft eine Jahresprämie (inkl Vollkasko) von 434 € statt 521€ erhalten zuzüglich einmaligen 40 € Nachlass, weil ich schon bei der Gesellschaft Kunde war - das hat sich gelohnt.
Ist man Eigentümer einer Immobilie, so ist in der Hausratversicherung in der Regel die Versicherung der Immobilie kostenlos mitversichert. Wird also das Haus bei einem Brand, Überschwemmung oder Steinschlag dem Erdboden gleichgemacht, so wird es im Rahmen der Hausrat gleich mitersetzt.
Einen Überblick über das System der französischen Krankenversicherung finden Sie bei ESS-Europe.de
Empfehlenswert
ist der Abschluss einer so genannten "Mutuelle", einer
Krankenzusatzversicherung, da die staatliche Krankenversicherung, in
der alle Berufstätigen (also auch die Selbständigen)
pflichtversichert sind, nur eine Basiskostendeckung darstellt.
Einen ersten Überblick über Leistungen und Tarife erhalten Sie
auf der Seite von
devis-mutuelle, wo Sie für ihre persönliche Situation den günstigsten Tarif
von einem Dutzend verschiedener Versicherer online und gratis errechnet
bekommen. Tarife gibt es allerdings wie Sand am Meer, was den objektiven
Vergleich ungemein erschwert.
Die größte Zusatzversicherung, die Swiss Santé, die wir guten Gewissens
empfehlen können, hat für unterschiedliche Regionen nicht nur unterschiedliche
Prämien, sondern sogar unterschiedliche Leistungsangebote.
Krankenzusatzversicherungen bieten in der Regel eine prozentuale Erstattung,
basierend auf der Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung an. Wenn also
für eine bestimmte Behandlung von der "Sécu" (umgspr. für Sécurité sociale)
nichts erstattet wird, dann nützt ihnen selbst ein 400 % - Zusatztarif nichts :
400 % von 0 € bleibt nun mal 0 € !
Erfahrungsgemäß fährt man mit einem Tarif der oberen Mittelklasse am besten
(d.h. wenn die verschiedenen Tarife eines Versicherers beispielsweise zwischen
100 und 400 % Erstattung anbieten, dann empfiehlt sich ein Tarif so um die 250 -
300 %). Der beste Tarif ist meistens sehr viel teurer in der Monatsprämie als
der zweitbeste, der niedrigste ist wiederum meist nur unwesentlich billiger als
ein vernünftiger Tarif.
Wenn Sie sich für die Swiss Santé interessieren, so können wir die Vertreterin
Cathy Molinaro in Nizza, ein kleines Ladengeschäft 24,
rue Arson, kurz vor der rue Barla,
empfehlen. Sie ist nicht nur recht nett, sondern zudem auch Angestellte des
Konzerns (mit Gehalt und allem drum und dran, also kein Provisionsjäger).
Tel.: 04.93.26.11.27
Sie brauchen sich übrigens nicht auf uns zu berufen, Frau Molinaro weiß
nämlich gar nichts von dieser Empfehlung und wir bekommen demzufolge keine
Provisionen dafür !
Wenn
Sie im Ausland ärztliche Hilfe benötigen (z.B. bei einem
Deutschlandaufenthalt), zahlen Sie in der Regel erst mal selbst und
reichen bei Ihrer Rückkehr nach Frankreich die Rechnungen bei
der gesetzlichen Krankenkasse und ihrer Mutuelle ein. Besorgen Sie
sich vor Ihrer Abreise das Formular E111 bei ihrer gesetzlichen
Kasse, so haben Sie bei einem Krankenhausaufenthalt (nicht
beim Arztbesuch) im EU-Bereich keine Vorleistung zu erbringen (das
kann nämlich richtig teuer werden), das Krankenhaus rechnet in
diesem Fall direkt mit der französischen Kasse ab.
Mittlerweile gibt es auch schon eine
europaweit gültige Chipkarte, wenn Sie die haben, dann entfällt natürlich das
E111.
Bei vielen
Zusatzversicherungen ist es Pflicht, im Falle eines Arztbesuches im
Ausland die Mutuelle vorher zu informieren. Die kann dann
nämlich entscheiden, ob sie die Kosten im Ausland übernehmen
oder Sie per Flugzeug ins heimatliche Frankreich zurückholt und
sie hier behandeln lässt (die vorherige Erlaubnisanfrage
entfällt natürlich wenn Sie z.B. wegen eines Unfalles
ohnmächtig waren oder ähnliches; ist ja nicht Ihre Schuld)
Also fragen Sie vor der Abreise bei Ihrer Versicherung nach.
Wundern Sie sich übrigens nicht, wenn Ihnen der Arzt erst eine Rechnung ausstellt, wenn Sie bezahlt haben. Wenn er die Rechnung nämlich vorher aushändigt, so haben die Patienten die Rechnung bei der Sécu und eventuell bei ihrer mutuelle eingereicht, die Erstattung auf ihr Konto überwiesen bekommen und dann den Arzt erst mal zig Mahnungen schicken lassen, bevor sie ihm das Geld dann schließlich gnädigerweise überwiesen - natürlich nicht ohne vorher noch ein Skonto abzuziehen !
Prinzipiell
ist dies kein Problem, sofern Sie Bürger eines EU-Staates sind.
Auch arbeiten dürfen Sie. Wenn für Sie die Präfektur
in Nizza zuständig ist, dann müssen Sie dort allerdings
schon vor 9.00 Uhr vorstellig werden. Um 9.00 Uhr werden
nämlich die Türen geöffnet und dann sollten Sie schon
wissen, wo Sie hin müssen, sonst warten Sie ewig bis Sie dran
kommen ; also am besten einige Tage vorher schon mal die
Örtlichkeiten besichtigen. Bei der Gelegenheit können Sie
sich auch gleich das Merkblatt besorgen, auf dem steht, was Sie alles
mitbringen müssen.
Am Schalter für EU-Bürger (
C.E.E.) werden am Einlass, wo auch die Nummern vergeben werden, schon
mal die mitgebrachten Papiere auf Vollständigkeit überprüft
und dann bekommen Sie erst mal eine vorläufige
Aufenthaltsgenehmigung für drei Monate. Haben Sie einen bereits
einen unbefristeten Arbeitsvertrag mit bereits "bestandener"
Probezeit haben, dann bekommen Sie gleich zehn Jahre. Haben Sie eine
Bestätigung der Bank, dass Sie von Ihrem Vermögen leben
können, kriegen Sie i.d.R. fünf Jahre.
Die Carte de séjour ist für EU-Bürger mittlerweile aber keine Pflicht mehr, kann aber bei Beantragung nicht verweigert werden, außer Sie stellen eine Gefahr für den französischen Staat dar.
ACHTUNG : die
"Carte de séjour" ist KEIN offizielles Dokument : einem
portugiesischer Bekannten von uns wurde gerade der Flug in seine Heimat
verweigert, weil er nur die französische carte de séjour vorweisen
konnte, aber keinen Reisepass. Diese Praxis wurde auch vom deutschen Konsulat
bestätigt. Nehmen Sie bei Reisen also immer ihren Reisepass mit - auch bei
Flügen innerhalb Frankreichs.
Bedingt durch diese Probleme, ist es mittlerweile auch wieder möglich, einen
deutschen Personalausweis zu beantragen, wenn man keinen Wohnsitz mehr in
Deutschland unterhält. Dieser ist aber nicht, wie beim Reisepass üblich, über
das deutsche Konsulat in Frankreich zu beantragen, sondern Sie müssen persönlich
in Deutschland bei der für Sie früher zuständigen Passbehörde vorsprechen.
Den Reisepass hingegen bekommen Sie, da Sie ja im Ausland leben, zukünftig nur übers deutsche Konsulat ; wenn dies, wie in Nizza, ein Honorarkonsulat ist, müssen Sie diese Leistungen aber extra bezahlen. Am Besten besorgen Sie sich noch einen frischen Pass bevor Sie auswandern, dann haben Sie erst mal 10 Jahre Ruhe.
Mittlerweile gibt es in Frankreich gar keine Meldepflicht mehr : der französische Staat findet seine Schäfchen immer irgendwie. Meist durch die Steuer : Einkommenssteuer, Wohnsteuer o.ä.
Auf der Präfektur melden Sie nicht nur sich selbst, sondern auch Ihr Fahrzeug an. Gebrauchtfahrzeuge können Sie aus den EU-Staaten zollfrei einführen, dafür müssen Sie sich aber eine Art Steuerbescheinigung (certificat d'acquisition) holen - auch wenn Sie für Gebrauchtwagen keinen Zoll zahlen - und die Homologationspapiere Ihres Fahrzeuges ; die gibt's, wenn Sie sie nicht schon beim Autokauf mitbekommen haben, bei der jeweiligen franz. Zentralvertretung ihres Kfz-Herstellers, also z.B. BMW France. Ist natürlich kostenpflichtig (i.d.R. ca. 125 €) und dauert 2-3 Monate! Aber Achtung : manchmal sind die von der in Frankreich ansässigen Herstellervertretung ausgestellten Papiere nur ein Teil der benötigten Papiere. Erkundigen Sie sich am besten erst mal in der für Sie zuständigen Zulassungsstelle wo Sie hinmüssen und was die von Ihnen an Papieren wollen.
In
Nizza beispielsweise genügt es (zur Zeit !!!), wenn man bei der
D.R.I.R.E. vorstellig wird (oder alles
per Post abwickelt) und sich dort die entsprechenden
Homolegationspapiere ausstellen lässt (nur halb so teuer wie beim
Hersteller selbst) : Die
D.R.I.R.E.
ist übrigens umgezogen : sie befindet sich jetzt nicht mehr in
Carros, sondern unweit der Präfektur, am Anfang der Route de Grenoble. Erkundigen Sie
sich aber vorher nach den Öffnungszeiten !! Die haben nämlich
nicht jeden Tag geöffnet. (Siehe deren Internetpage)
Das Fahrzeug will die DRIRE
übrigens nicht sehen, das ist Sache der contrôle
technique.
A propos CONTROLE TECHNIQUE (CT) : sie entspricht dem deutschen TÜV und ist ebenfalls alle zwei Jahre fällig und kostet derzeit 57€. Nachuntersuchungen kosten gute 30€, weiss ich aber nicht so genau, weil es bei meiner Abnahmestelle in der Regel kostenlos erledigt wird. Und obwohl der deutsche TÜV strenger ist als die französische Untersuchung, wird deutscher TÜV - selbst wenn er ganz frisch sein sollte - in Frankreich nicht anerkannt. Wir gehen immer zur AUTOSUR. Jetzt raten Sie mal, wer der Hauptanteilseigner der AUTOSUR ist : genau, der deutsche TÜV !! Aber deutsche Politiker haben's ja schon immer vorexerziert : den Autofahrer kann man melken, wie man's braucht, also warum sollte da die Privatwirtschaft anders verfahren; also müssen Sie ihr deutsches Auto in Frankreich von der CT absegnen lassen, selbst wenn Sie zwei Wochen vorher noch den deutschen TÜV bestanden haben.
Nun
aber wieder zurück zur Anmeldeprozedur : bei
der DRIRE müssen Sie ein Formular mit einigen Daten zum Fahrzeug
ausfüllen (Typ, km-Stand, Reifengröße, etc
-
Formular ist ebenfalls auf deren Internetpage ausdruckbar) , den KFZ-Brief
vorne und hinten in Kopie, ebenso den KFZ-Schein oder die
Abmeldebescheinigung, einen DinA 5 Umschlag frankiert und mit Ihrer
Adresse versehen, sowie einen Scheck (derzeit 67,32 €) abliefern (können
Sie wie gesagt auch alles per Post erledigen) und dann dauert es
laut Aussage der DRIRE ca.
3-4 Wochen, meist
kommen die Papiere aber schon deutlich früher wieder zurück.
Wenn ihr Auto kein Exot ist und dieser Typ auch in
Frankreich verkauft wird / wurde, so dürfte es keine Probleme
geben.
Wenn Sie noch in Deutschland sind und darüber nachdenken ein Auto zu kaufen, so rufen Sie sicherheitshalber den deutschen Hersteller oder Importeur an und fragen Sie anhand der Typenbezeichnung, Baujahr und der Fahrgestellnummer, ob das Auto auch in Frankreich zugelassen werden kann. Hersteller wie BMW bieten diesen Service kostenlos an.
Wenn Sie dann die Homologationspapiere von der DRIRE bzw. von der franz. Vertretung ihrer Automarke haben, müssen Sie noch zur Contrôle technique und dann gehen Sie mit ihrem Domizilnachweis (EDF oder France Télécomrechnung auf ihren Namen) , dem KFZ Brief und der Abmeldebescheinigung (der deutschen Zulassungsstelle bzw. des deutschen Generalkonsulats) , ggf dem Kaufvertrag und dem « certificat d'acquisition » zur Präfektur um ihr KFZ zuzulassen.
Das certificat d'acquisition gibt es übrigens bei der « recette principale des impôts » die für ihren Wohnsitz zuständig ist (können Sie auf Ihrer Gemeinde erfragen). Sie brauchen den KFZ Brief , aus dem vor allem hervorgeht, dass das KFZ älter als 6 Monate ist, den Kaufvertrag, ihren Domizilnachweis und einen Ausweis.
Hört sich alles kompliziert an, ist aber halb so wild. Das Hauptproblem ist das Durcheinander in Europa ; keiner weiß, was gerade Stand der Dinge ist. Zitat eines Sachbearbeiters : "Klar sind wir jetzt alle Europa, aber es funktioniert noch nicht und ein europäisches Konformitätszertifikat wird schlicht und ergreifend einfach noch nicht anerkannt."
Wenn
Sie also ein Fahrzeug einführen möchten (was bei
Gebrauchtwagen aus Deutschland meist sehr interessant ist, weil die
franz. Gebrauchtpreise deutlich über den deutschen liegen),
sollte das Fahrzeug wenn möglich noch in Deutschland zugelassen
sein, sonst können Sie unter Umständen einige Wochen nicht
damit fahren, bis Sie die erforderlichen Papiere beisammen
haben.
Wenn Sie dann endlich alle erforderlichen Papiere haben und
das KFZ in Frankreich zulassen wollen, erfolgt die Abmeldung
deutscher KFZ von in Frankreich lebenden Deutschen (rechnen Sie mit
ca. 2 Wochen Bearbeitungszeit) per Post über das Generalkonsulat
in Marseille. In dieser Zeit können Sie in Frankreich mit dem
Fahrzeug noch fahren (aber nicht nach Deutschland einreisen) weil Sie
zum Abmelden die Steuermarken aus dem Kennzeichen ausschneiden und
einsenden müssen.
Sicherheitshalber sollten Sie sich schon
mal um französischen Versicherungsschutz kümmern (stellen
Sie sich vor, Sie haben einen Unfall und die Abmeldung ist von den
deutschen Behörden eventuell schon an Ihren deutschen
Versicherer gemeldet worden bzw. er bekommt das später irgendwie
mit : Leistungsverweigerung !!!)
Sollten sie übrigens noch den alten grauen Führerschein besitzen, so holen Sie sich noch den neuen EU-Führerschein bevor Sie auswandern. Der alte graue ist im Ausland nämlich nur ein Jahr gültig ! Den müssen Sie umschreiben lassen oder bei Versäumnis sogar einen komplett Neuen machen !!!
NACHTRAG
zum Thema Kfz-Zulassung
(2004) : wir haben selbst gerade ein in
Deutschland gebraucht gekauftes Fahrzeug in Nizza zugelassen. Ohne
Homologationspapiere von BMW-France, sondern nur mit der
« Attestation d'identification de conformité avec
un type national » (oder so ähnlich) von der
D.R.I.R.E.
Bearbeitungszeit ca. 10 Tage (inkl Postlaufzeit), Kosten 67 € und
dann alle Papiere im Büro N° 22 der Nizzaer Präfektur
abgegeben. Nach nur 10 Minuten waren wir mit der « Carte
grise » (dem Pendant zum deutschen Fahrzeugschein) schon
wieder draußen und auf dem Weg zum Kennzeichen machen ! Man muss
also nicht wie alle « Normalanmelder » im
großen Wartesaal 2 Stunden Wartezeit in Kauf nehmen. KLASSE !!
NACHTRAG
2 : Bei einem erneuten Autokauf (2007)
ist die attestation der DRIRE nach rund 14 Tagen gekommen, das Auto war immer
noch mit dem deutschen 4-Wochen-Kennzeichen (von der Überführung) angemeldet und
versichert. Wir waren also keinen einzigen Tag ohne Auto. Zwischenzeitlich habe
ich die CT bekommen, das
Antragsformular für die Zulassung aus dem Internet
ausgedruckt und ausgefüllt, auf dem Weg zur Zulassung hole ich mir noch kurz das
certificat d'acquisition und das wars dann.
Leider gibt es in Nizza das Extrabüro für importierte KFZ nicht mehr und man
muss sich nun in der Schlange anstellen, wie alle anderen auch
aber nach
nur einer Stunde war ich mit der carte grise bereits schon wieder draussen - das
lässt sich ertragen.
NACHTRAG 3 : Habe gerade (März 2009) ein KFZ in Deutschland gekauft, welches jünger als vier Jahre ist. Dadurch braucht das Auto noch keine contrôle téchnique vor der Anmeldung zu absolvieren. Ich habe mir also die Papiere per Einschreiben aus Deutschland schicken lassen, bin mit :
Kaufvertrag
Zulassungsbescheinigung 1 + 2 (ehemals : Brief und Schein)
EU Konfirmitätsbescheinigung (gibt es bei allen neueren Autos automatisch dazu)
Personalausweis (bzw carte de séjour)
Domizilnachweis (Telefonrechnung, nicht älter als drei Monate)
zu der für mich zuständigen "recette des impôts" (auf der Gemeinde erfragen). Wie meistens, war dort nichts los und ich kam sofort dran. Die Dame am Schalter hat das entsprechende Formular gleich selber ausgefült und nach 5 Minuten war ich mit meinem 'certificat d'acquisition' schon wieder draussen (Kosten : 0€ ! )
Gleich weiter auf die Sous-Préfécture von Grasse (hängt vom Wohnort ab, wo man hinmuss - die Hauptprefektur von Nizza sollte man vermeiden, weil ewig lange Warteschlangen)
In Grasse ist man i.d.R. nach rund 30 Minuten wieder draussen
- mit Gipsfuss, Kleinkind auf dem Arm o.ä. gibt es nochmal Vorzugsbehandlung,
sprich man kommt ohne Wartezeit dran.
Die Formalitäten dauern 2 - 3 Minuten,
dann noch an der Kasse zahlen (siehe nächster Artikel 'KFZ-Steuer') und die
Kassiererin händigt gleich die 'carte grise' aus. FERTIG !!
Gegenüber war ein Schildermacher, also gleich noch die Schilder anfertigen lassen, die ich dann auf meinem Flug nach Deutschland mitnehme und das Auto dann erst nach Frankreich hole - so spart man auch gleich noch die teuren Überführungskennzeichen aus Deutschland. (Geht aber wie gesagt nur bei Autos, die jünger als vier Jahre sind, bei älteren muss man das Auto VOR der Zulassung der contrôle téchnique (CT) unterziehen und die wollen das Auto logischerweise sehen)
TIPP : Da ich in diesem Fall ja den Rückflug nach Frankreich verfallen lasse, weil ich ja mit meinem neuen Auto fahre, sollte man bei der Flugsuche im Internet ein bisschen mit unterschiedlichen Rückflugdaten experimentieren : ich hatte den Rückflug auf einen Monat später, in eine ferienlose Zeit gelegt und somit statt 290€ lediglich nur 158€ bezahlt (Hin und Rückflug). Einfache Flüge, also ohne Rückflug gibt es zwar auch, aber die sind meist 3-5 mal so teuer wie Hin-und Rückflug bei der gleichen Airline !! Verstehe das, wer will.
Von der Zulassung zurück, habe ich gleich den Versicherer angerufen, die Versicherung telefonisch abgeschlossen, die grüne Versicherungsbescheinigung und die Vignette für die Windschutzscheibe waren dann 2 Tage später im Briefkasten - das alte Auto wäre dann noch kostenlos für 30 Tage weiterversichert (aber nur für Verkaufsfahrten oder die Fahrt zur CT) deshalb lasse ich den alten Vertrag lieber noch regulär einen Monat laufen, weil ich das Auto ja noch nütze, bis das neue in Frankreich ist.
FAZIT : Gegenüber einem Autokauf in Frankreich hatte ich :
einen Behördengang mehr (recette des impôts), die liegt aber ohnehin auf dem Weg zur Zulassung und es hat wie gesagt nur wenige Minuten gedauert
~160 € Kosten für Flug nach Deutschland
800 km Rückfahrt von München nach Nizza (aber ich habe noch einiges in München und auf der Fahrt erledigen können, war also recht praktisch)
und man muss natürlich eine Person seines Vertrauens vor Ort haben, die das Auto vor dem Kauf besichtigt und Probe fährt
ABER ich habe rund 3.000€ gegenüber dem gleichen Modell (selbes Baujahr , Ausstattung etc) bei einem französischen Händler gespart. Danke www.autoscout24.de !
Früher gab es ja
die Vignette, die man im Dezember kaufen und an die Windschutzscheibe kleben
musste. Das gibt es nun schon einige Jahre nicht mehr.
Es bleibt lediglich die einmalige Gebühr bei der Zulassung, also bei der
Ausstellung der "carte grise", dem KFZ-Schein. Sie richtet sich nach den
sogenannten "fiskalischen PS", ähnlich der Typklasseneinteilung in Deutschland
und kostet bei Autos, die älter als 10 Jahre sind nur die Hälfte, wie die bei
jüngeren Autos. Die Steuersätze sind in den verschiedenen Departements
unterschiedlich hoch.
Für einen BMW 325iA (24-Ventilmotor), Typklasse 14, älter als 10 Jahre haben wir z.B. 2004
in Nizza eine Zulassungsgebühr von 196€ bezahlt.
Ummeldungen wegen Umzug oder Namensänderung im KFZ-Schein wegen Heirat sind natürlich kostenlos, melden Sie ihr KFZ aber vorübergehend ab (wie es z.B. in Deutschland die Motorradfahrer oft über den Winter machen) zahlen Sie bei der Wiederzulassung erneut ! (Saisonkennzeichen gibt es in Frankreich nicht)
Nun gibt es allerdings eine Neuerung : für Autos, welche mehr als 200
Gramm CO² pro Kilometer ausstossen kommt eine Zusatzsteuer von 2€ je Gramm, ab
250 Gramm sind es dann sogar 4€ pro Gramm. Das betrifft Neuzulassungen und
Gebrauchtwagen mit einer Erstzulassung ab dem 1.Juni 2004.
Händler müssen in den Verkaufsräumen neben den Fahrzeugen die Tabelle der Schadstoffklasse anbringen (siehe links) :
Für einen gebrauchten BMW 525i haben wir im April 2007 in Nizza (eines der teureren Departements) 289€ für die Zulassung bezahlt (Kfz älter als 10 Jahre) - wenn man jedes Jahr das Auto wechselt, geht das natürlich ins Geld, aber über mehrere Jahre verteilt, ist das viel günstiger als die jährliche KFZ-Steuer in Deutschland.
Man kann sich die Zulassungsgebühr vorab online berechnen lassen, wenn man die fiskalischen CV seines Autos bereits kennt.
Liste für die (einmalige) Zulassungsgebühr nach fiskalischen CV , gültig für die 'Alpes Maritimes'
Um die fiskalischen CV seines Fahrzeuges zu erfahren, einfach mal auf Verdacht googeln mit den Begriffen : cv fiscaux 'Marke' 'Modell'
Hier eine Liste mit Beispielen für den Bonus (bis zu 5.000e€ für ein Elektroauto) oder Malus ( bis zu 2.600€ z.B. für den VW Touareg) bezüglich der CO² Werte
Am günstigsten sind meist die Direktversicherer wie z.B. die Direct-Assurance, die zur Axa-Gruppe gehört. Voraussetzung sind hierfür allerdings gute Französischkenntnisse, da ja alles telefonisch abgewickelt wird.
Wenn Sie ihr Auto aus Deutschland mitbringen oder es dort gebraucht kaufen und
nach Frankreich überführen, können Sie es nicht bei der Direct-Assurance
versichern - erst wenn das Auto schon mal in Frankreich angemeldet war. ?!?!?!
Seltsame Regel - ist aber so.
Aber dagegen gibt es einen einfachen Trick : In Frankreich brauchen Sie zur
Zulassung keinen Versicherungsnachweis. Also melden Sie das Kfz an, sobald Sie
alle erforderlichen Papiere beisammen haben (siehe oben unter
Auto
und Motorrad
) und erst
anschliessend, wenn Sie dann das französische Kennzeichen haben, versichern Sie
das Auto problemlos bei einem Direktversicherer.
Wenn Ihr KFZ in Deutschland bereits abgemeldet war und dementsprechend keinen
Versicherungsschutz mehr hat, sollte Sie natürlich tunlichst das KFZ nicht mehr
im Strassenverkehr bewegen, bis Sie den Vertrag mit dem französischen
Versicherer geschlossen haben (Vers.schutz meist unmittelbar oder ab 1 Stunde
nach dem telefonischen Antrag).
Bei meinem letzten Auto hatte ich zur Überführung von München nach Nizza ein
deutsches 4-Wochen-Kennzeichen und in diesen 4 Wochen dann bequem alle Papiere
organisiert, control technique absolviert, angemeldet und dann beim
französischen Versicherer Versicherungsschutz ab dem Ende des deutschen
Vers.schutzes beantragt - also lückenlos versichert und allzeit fahrbereit !
Bevor Sie verbindlich einen Versicherungsvertrag beantragen, lassen Sie sich bei www.assurland.fr erstmal den günstigsten Versicherer ermitteln und notieren Sie die Prämie. Meist ist das günstiger als das erste Angebot bei der telefonischen Kontaktaufnahme. Dies muss keine böse Absicht sein, denn es gibt soviele Kriterien, welche die Prämien beeinflussen, dass es beim gleichen Versicherer leicht zu 50 oder gar 100€ Prämienunterschied kommen kann, nur weil z.B. die Postleitzahl ihres Arbeitsplatzes falsch angegeben wurde (ein Arbeitsplatz in Nizza ist ein höheres Risiko als z.B. in einer kleinen Luxuswohngemeinden wie Eze, Beaulieu oder St Jean-Cap Ferrat)
Dann wollen Sie ihr neues Reich vielleicht gleich mal etwas aufmöbeln, sprich renovieren. Doch vor den Tatendrang hat der Herr erst mal die Behörden gesetzt : Baugenehmigung ! Und zwar für alle Arbeiten, die das äußere Erscheinungsbild betreffen ( also theoretisch auch, wenn Sie nur die Fensterläden in einer anderen Farbe streichen wollen ), die Wohnfläche vergrößern oder zum Beispiel eine Veranda anbauen oder ein Schwimmbad fest installieren.
Wenn Sie keine Genehmigung haben und dem Nachbarn nicht komplett die Sicht verbauen, so kann das durchaus gut gehen, sollte ein neidischer Nachbar allerdings die Polizei verständigen, stoppt Ihnen die erst mal die Baustelle, dann wird's schwierig und unter Umständen langwierig. Im Extremfall muss wieder abgerissen werden; das ist aber selten.
Beauftragen Sie eine Firma mit den Arbeiten, werden die ohne Baugenehmigung ohnehin keinen Finger rühren.
Die Baugenehmigung beantragen Sie auf der Gemeinde - in der Regel beim Gemeindearchitekten. Sobald Sie alle Unterlagen beisammen haben und abgeben, hat die Gemeinde 2 Monate Zeit über den Antrag zu entscheiden. haben Sie nach zwei Monaten und zehn Tagen (wegen Postlaufzeit) noch keine Antwort, so ist das auch eine Antwort : nämlich positiv !
Im Baufachgeschäft Ihrer Wahl erhalten Sie auf Anfrage meist kostenlos eine Bautafel, auf der Sie mit einem Eddingstift Bauvorhaben, Name, Genehmigungsnummer und ähnliches eintragen und diese gut sichtbar am Gartenzaun aufstellen. Und los geht's.
Sind Sie selbst handwerklich begabt, so werkeln Sie natürlich selbst ; spart Geld, Nerven und Sie wissen wie's gemacht wurde. Und hinterher ist man auch noch mächtig stolz aufs vollbrachte Werk.
Wenn sie
jedoch bereits für die korrekte Handhabe eines Hammers oder
Schraubenziehers eine Gebrauchsanleitung benötigen oder
schlichtweg keine Lust haben, können Sie natürlich auch
eine Firma beauftragen. Um dies zu fördern gibt es in Frankreich
seit der letzten Steuerreform den Anreiz, dass bei bestimmten
Arbeiten die ermäßigte Mehrwertsteuer von 5.5% statt der
üblichen 19.6% anfallen (Arbeitszeit UND Material) wenn Sie von
einem Handwerker geliefert und bearbeitet werden. Das heißt :
verlegen Sie Ihre Fliesen selbst, zahlen Sie im Baumarkt 19.6%
Mehrwertsteuer auf die Fliesen. Lassen Sie es vom Fliesenleger
machen, so berechnet er Ihnen für Arbeitszeit UND Material nur
5.5 % Mehrwertsteuer, auch wenn er die Fliesen aus dem gleichen
Baumarkt holt wie Sie! Das sind mal eben fast 15% Ersparnis,
kurbelt das Handwerk an und vermindert die Schwarzarbeit (effektive
Politik ; da können sich deutsche Politiker mal ein Beispiel
nehmen)
Diese Regelung wurde gerade erst (Januar 2006) verlängert, stand aber eine
Zeitlang auf der Kippe, weil Polen zuerst nicht zustimmen wollte : das hat man
dann davon, wenn man östliche Billiglohnländer in die EU aufnimmt !!!
Anlässlich
verschiedener Bauarbeiten in der Nachbarschaft konnten wir
unterschiedliche Vorgehensweisen beobachten :
Das schöne
Wetter, die umherstehenden Gartenmöbel und Meerblick ließen
die Mittagspause der Bauarbeiter auf bis zu 3 Stunden anwachsen. So
wird der Teint gepflegt, der Arbeiter ist ausgeglichen und zufrieden
und zugleich ist die Baufirma gut ausgelastet - dumm gelaufen ist es
nur für denjenigen, der hinterher die Rechnung zahlen muss!
Ein
weiteres Beispiel für eine Baustelle, die vom Auftraggeber nicht
beaufsichtigt wurde, finden Sie
hier
!
Also : unbedingt Arbeiten beaufsichtigen !!!
Übrigens : Frankreichs Gemeinden finanzieren sich ja zum Teil aus den Steuern auf Wohngebäude. Die taxe foncière und die taxe d'habitation hängen unter anderem vom Wohnwert ab. Bauen Sie sich ein Schwimmbad, so steigern Sie die Wohnqualität und somit leider auch die Steuer. Dies nur zur Info - denn machen können eh' Sie nix dagegen ;o)
In ihrem
neuen Domizil wollen Sie natürlich auch ein Telefon installieren
lassen. Obwohl es mittlerweile natürlich viele private
Telefon-Dienstleistungs-Anbieter gibt, kamen Sie
bisher in einem Punkt um
die France Telecom meistens nicht herum :
denn ihr gehören die Leitungen !
Mittlerweile gibt es auch andere Lösungen, sprich Anbieter mit eigenem
Leitungsnetz, die haben wir aber noch nicht ausprobiert und können demzufolge
nichts darüber berichten.
Unsere eigene Telefonleitung ist laut Auskunft unseres Internetproviders noch
nicht "dégroupée", was aber noch 2005 geschehen soll, dann wird es nochmals
billiger. Die genauen technischen Hintergründe kenne ich aber nicht und sie
interessieren mich auch nicht besonders.
Wenn Sie aus Kostengründen einen anderen Anbieter
wählen, so müssen Sie also eventuell mit France Telecom einen
Vertrag, sprich ein monatliches Abonnement
abschließen
(13 € / Monat) um überhaupt eine Leitung zu haben. Das heißt, Sie hätten dann
eventuell zwei Rechnungen : einmal France Telecom für das Abonnement und dann
den privaten Anbieter für die vertelefonierten Einheiten. Ein
Leser aus dem Elsass hat uns den Anbieter
ELEPHANT TALK - 3U empfohlen (4.4 ct / Minute
für Gespräche nach Deutschland); ohne Abo und ganz unverbindlich. Wir probieren
das jetzt gerade aus, denn das ist natürlich schon deutlich günstiger als die
France Télécom.
Wenn Sie sich trotzdem für France Telecom entscheiden, beantragen Sie auf alle Fälle gleich zu Beginn die Option « Liste rouge »! Das
heißt, dass ihre Nummer nicht in Telefonverzeichnissen
erscheint. Seit einiger Zeit ist diese Option gratis zu haben. Wenn
Sie das versäumen, werden Sie mehrmals pro Monat mit lästigen
Werbeanrufen bombardiert und das nervt gewaltig !
Diese Anrufe
kommen nämlich immer genau dann (Murphys Gesetz) wenn Sie gerade
absolut keine Zeit haben, sei es weil Ihnen das Essen sonst
anbrennt, Sie gerade dabei sind das Haus zu verlassen und eh' schon
spät dran sind etc, etc... Das läuft dann so ab : eine
flötende Frauenstimme fragt « Spreche ich mit Herrn
Meier ? » (Sie)« Ja? » «
Herr Franz Meier ? » « Jaaaa! »
« Gestatten Sie, dass ich mich vorstelle, Janine Dupont !
Ich habe die große Ehre Ihnen mitzuteilen, dass Sie eine herrliche
Blumenvase aus Kristallglas gewonnen haben bla bla bla bla , wir
laden Sie ein bla bla ...» oder irgend so ein Mist. Scheuen Sie
sich nicht, einfach wortlos aufzulegen !!! Ein solch unhöfliches
Verhalten mag Ihnen am Anfang zuwider sein, aber glauben Sie mir,
irgendwann macht es Spaß ;o) Trösten Sie sich damit : die
Schlampe hat es nicht anders verdient. Die lügt wenn Sie den
Mund aufmacht, denn meist handelt es sich um spezielle Werbefirmen,
die im Senegal sitzen (mit Standleitungen aus Afrika und denn
dortigen Billiglöhnen sind diese Firmen billiger als Firmen die
in Frankreich ansässig wären ! ) Also bereits bei der
Vorstellung hat die gelogen : denn im Senegal heißen die wenigsten
Frauen Janine Dupont !!
Eine weitere lohnenswerte Option ist « primaliste pays » Ebenfalls eine kostenlose Option, die Ihnen 25% Rabatt auf alle Auslandsgespräche bringt, die Sie mit den vorher festgelegten Ländern führen (Sie können zwei Länder auswählen : als Deutscher würden Sie also logischerweise als Erstes Deutschland wählen und würden somit 25% Nachlass auf alle Deutschlandgespräche bekommen)
Verlangen Sie auch die « facture détaillée », die kostenlose, detaillierte Aufstellung aller Gespräche auf der Rechnung.
Es gibt noch eine Reihe weiterer Optionen, die sich hauptsächlich auf nationale Gespräche beziehen. Fragen Sie gegebenenfalls einfach bei der Télécom nach : kostenfreie Servicenummer (nicht über Handy) ist die « 1014 »
Die Telefonrechnung kommt übrigens nur alle zwei Monate.
Selbst in den
kleinen Kommunen gibt es zunehmend den Internetanschluss per ADSL (2 oder 8 Mega)
inklusiv unbegrenztem und kostenlosen Inlands-Telefon. Auch ADSL 2 mit 20
Mega gibt es bereits in vielen Kommunen.
Wir hatten ADSL und VoIP mal bei Club-Internet.fr abonniert (club-internet gehörte
übrigens der deutschen T-Online) , hat aber nicht so funktioniert, wie ich mir
das vorstelle : oftmals starke Echos in der Leitung , bis hin zur
Unverständlichkeit, oder die Stimmen waren bei
jedem zweiten / dritten Gespräch so schwach, dass man auflegen und nochmals
anrufen musste. Deren Lösungsvorschlag : kein schnurloses Telefon benutzen ! Suuuper Tipp, willkommen im 19. Jahrhundert !!
Und jetzt sagen Sie, dass mein alter ADSL 512 - Tarif in meinem Viertel
nicht mehr verfügbar
sei und darüber hinaus mein neuer Vertrag - der natürlich teurer ist, als der
bisherige - eine erneute Mindestlaufzeit von einem Jahr beinhalte ! Und was
hätten die gemacht, wenn ich VoIP nie ausprobiert hätte, also bei meinem alten
Vertrag geblieben wäre ? Die "alte" Technik nur wegen einem einzigen Kunden
aufrecht erhalten ?
Na ja, nachdem
Telekom bereits die Deutschen mit ihrem vermurksten Börsengang
abgezockt hat und der Ruf in der Heimat ruiniert ist, probieren die Telekomiker es jetzt
wohl in den Nachbarländern.
Den o.g. club internet gibt es nun nicht mehr - er wurde gerade - nach mehreren Besitzerwechseln - von SFR/neuf aufgekauft aber neuf waren schon ganz schöne Schnarcher und SFR ist scheinbar noch schlimmer, also besser Finger weg ! Ich hatte ein defektes Modem (per Einschreiben) zurück geschickt, sie haben den Empfang auch bestätigt, aber dann Funkstille. Als ich dann nach fast einem Jahr (ich hatte zum Glück noch ein anderes Modem - privat, nicht von SFR ! - konnte also weiterhin ins Internet) wegen des miserablen Services, der inkompetenten Hotline und des immer noch nicht ersetzten Modems kündigte, nahmen Sie gnädigerweise die Kündigung an - unter der Voraussetzung dass ich Ihnen ihr Modem zurückschicke !!!! Da fällt einem echt nur EIN Wort ein : VOLLDEPPEN
Nach mehreren Einschreiben an den Direktor (neben den Kosten für die Einschreiben habe ich auch noch gleich eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 50€ in Rechnung gestellt) hatte SFR dann schließlich kommentarlos einen Scheck geschickt. Meine email-Adresse bei SFR funktioniert heute immer noch, ich benutze sie allerdings nicht mehr.
Wir sind mit der guten alten France Telecom, welche im Internetbereich orange.fr heißt, sehr zufrieden und wenn es mal ein Problem geben sollte, dann sind physische Leitungen und virtuelle Dienstleistung aus einem Haus - ist man bei einem anderen Provider, dann schiebt der bei einer eventuellen Störung erst mal alles auf die Kabel der France Telecom.
Bei orange.fr gab es dann zum Internetanschluss das VoIP sowie TV via Internet nebst Decoder kostenlos dazu. Kostenlos und unbegrenzte internationale Gespräche sowie 30 Minuten zu Handys kann man für 7 € / Monat haben
Wie in Deutschland auch, gibt es in Frankreich gewisse Rechnungen, die aufbewahrt werden müssen.
6 Monate : Hotel- und Traiteur-Rechnung (Feinkosthändler, Cateringservice)
1 Jahr : Kaminkehrerrechnung, Transportrechnungen (Umzug)
2 Jahre : Wasser- und Telefonrechnung, Waren- und Ausstattungsrechnungen, Versicherungsprämienbescheide, Arztrechnungen
3 Jahre : Steuerzahlungsnachweise, Fernsehgebührnachweis
5 Jahre : Mietquittung und Wohnungsnebenkostenabrechnungen, Notargebührenrechnungen
10 Jahre : Strom- und Gasrechnungen, Reparaturrechnungen und Rechnungen für Arbeiten die von Gewerbetreibenden durchgeführt wurden, Immobilienmaklerrechnungen, Rechnungen von Eigentümergemeinschaften, Reisebürorechnungen
30 Jahre : Bau- und Architektenrechnungen für größere Arbeiten im Wohnungsbau, Handwerkerrechnungen (Klempner, Werkstatt, Abschleppunternehmen u.ä.), Krankenhausrechnungen
Auch das
französische Fernsehen ist nicht umsonst und so wird eine Fernseh- und Rundfunkgebühr von derzeit 116,50 € p.a. erhoben ("la redevance").
Die Gebühr wird zusammen mit der Wohnsteuer erhoben. Sollten Sie sich jemals einen Fernseher in
Frankreich kaufen, so sollten Sie sich darüber im Klaren sein,
dass der Verkäufer ohnehin ihre Daten automatisch an die französische
Gebühreneinzugzentrale meldet und Sie in Kürze eine
Rechnung zugeschickt bekommen - außer Sie kaufen ihn z.B. in
Monaco (das ist ja nicht Frankreich, also erfolgt keine Meldung) oder
Sie zahlen den Fernseher, Videorecorder etc. in bar und geben eine
falsche Adresse an.
Es
wird also davon ausgegangen, dass alle heutzutage einen Fernseher haben. Wer
wirklich keinen hat, oder noch ein Schwarz/Weissfernseher hat ( das soll es noch
geben und SW-TV ist in der Rundfunkgebühr erheblich billiger - kein Witz)
muss dies mittels einer Erklärung auf Ehrenwort den Steuerbehörden mitteilen.
Sollten Sie ihren
Fernseher von Deutschland aus mitbringen und ihn an die in ihrer
neuen Wohnung vorhandenen TV-Buchse anschließen, bekommen Sie
wahrscheinlich nur ein paar italienische Programme rein, aber keine
französischen. Das liegt daran, dass das UHF-Signal in
Frankreich um 180° verdreht ist und ihr Fernseher dies nicht
verarbeiten kann. Haben Sie einen Sattelitenempfänger ist es
kein Problem - zumal Sie da ohnehin die Scartbuchse (franz.:"prise
péritel") benutzen.
Wenn Sie neben den deutschen
auch die französischen Programme sehen wollen, müssen Sie ein zweite Sat-Schüssel
installieren - die eine auf den ASTRA
(19° Ost) für die deutschen Programme und die andere auf den Atlantic Bird -Satelliten
(5° West) - für eine einzige Schüssel mit zwei schielenden LNB's sind diese
Satelliten zu weit auseinander. (Nahere Technik-Infos für Sat-Einsteiger gibt es
bei Beitinger)
Wie lange es den analogen Satelliten allerdings noch gibt ist fraglich.
In der Regel
empfangen sie analog 6 franz. Programme : TF1, france 2, france 3, M6
sowie ARTE und Canal+, das französische
Pendant zu Premiere, mit einigen unverschlüsselten Sendung. In
manchen Regionen auch Tele Monte-Carlo per Antenne; via Satellit
ist es verschlüsselt. Alle anderen Sender sind verschlüsselt
und Sie müssen dafür ein Abo bezahlen. Aber mit den oben genannten Sender sind Sie schon ganz gut bedient.
Digital sieht die Geschichte anders aus : digital und
unverschlüsselt gibt es auf Atlanticbird nur France2, France3, und Arte sowie
einen Parlamentskanal und Shoppingsender.
TF1 und M6 gibt es nur analog ! Da die meisten Digitalreceiver jedoch keine
analogen Signale mehr verarbeiten, können Sie auf diesem Satelliten TF1 und M6
nur empfangen, wenn Sie parallel noch einen Analogreceiver anschließen. Das ist
natürlich nervig, dauernd zwischen den Receivern hin- und herzuschalten.
Auf ASTRA haben Sie digital im Prinzip alles, was Sie brauchen: deutsches TV bis zum Abwinken und auch die französischen Sender, wenn Sie ein Abo, z.B. bei Canalsat abschließen und einen Receiver mit einem integrierten Kartenmodul für die Dechiffrierkarte, in der Fachsprache: CI-Slot für PayTV, besitzen (meine Empfehlung : der Topfield Masterpiece, ein Doppelreceiver mit integrierter Festplatte zum Aufzeichnen bzw Pausenfunktion : wenn das Telefon klingelt, einfach auf Pause schalten und nach dem Telefonieren einfach zeitversetzt weitergucken) Achten Sie beim Kauf auf das richtige Dechiffriersystem (Alpha Crypt, Cryptoworks, Viaccess, Seca, Conax, ...können Sie bei Canalsat erfragen, die haben verschiedene Systeme)
Kompetente Sat-Fachgeschäfte haben wir in Nizza bisher nicht entdeckt - der
französische Kunde bekommt seine Schüssel ja schließlich gratis und fertig
installiert vom Pay-TV-Betreiber ; und andere Satelliten braucht er schließlich
nicht. Baumarktgeräte sind qualitativ eher auf der unteren Skala einzureihen,
sind aber trotzdem ziemlich teuer. Gute Erfahrungen haben wir mit Bestellung per
Internet beim deutschen
Sat-Shop gemacht : große Auswahl, gute Preise, kompetente Beratung und
Hilfe auch nach dem Kauf, schneller Service (Paket ging bereits am Tage nach der
SWIFT-Überweisung beim Sat-Shop raus und kam zwei Tage später in Nizza an)
NACHTRAG : die gesamte Sat-Shop-Kette wurde
2005 verkauft. Nehme aber an, daß der
neue Besitzer in gleichem Stil weiterarbeitet.
Digitales
terrestrisches TV wurde am 17. Januar 2005 in Paris gestartet. Im Laufe des
Jahres folgten weitere Städte. Die Côte d'Azur ist seit Ende 2006 /
Anfang 2007 flächendeckend mit TNT (Télévision Numérique Terrestre) versorgt.
Aber wegen der viel zu starken Leistung der italienischen TV-Senderelais, welche
ihre in Frankreich wohnenden Landsleute erreichen wollen, gibt es in den Alpes
Maritimes bei TNT oft Störungen - GRAZIE ITALIA.
Also lieber Sat-TV oder über
Internet gucken.
Nun aber
zurück zum Fernsehen an sich : der
abendliche Hauptfilm begann in Frankreich lange Zeit erst so gegen 21.00 Uhr
(weil man ja auch später zu Abend isst als in Deutschland) aber
mittlerweile rückte der Sendetermin für die Primetime auf ca. 20 Uhr 35 vor.
Samstags kommen kaum interessante Filme, da man an diesem Tag oft
Freunde einlädt oder selbst eingeladen ist und deshalb keiner
Zeit und Lust hat zum fernsehen.
Werbeunterbrechungen sind im französischen TV weniger und kürzer.
Deutsche Programmzeitschriften können Sie sich natürlich entweder per Abo aus Deutschland schicken lassen, vor Ort in größeren Zeitschriftenläden kaufen (meist gibt es TV-Movie, TV-Spielfilm u.ä) oder am besten am PC, kostenlos und individuell programmierbar für ihre persönliche Programmauswahl über www.tvtv.de
Wie bereits
an anderer Stelle schon erwähnt, ist Fernsehen die (zweit-) beste
Möglichkeit sein Französisch zu verbessern : es trainiert
vor allem das Ohr, es ist lebendiges Französisch (im Gegensatz
zu vielen Lehrbüchern) und Sie haben ein Bild dazu - können
also den Inhalt leichter begreifen und sich eher auf den Text als
solches konzentrieren.
(Die beste Möglichkeit Französisch zu lernen ist natürlich ein
französischer Lebenspartner/in; aber reichen Sie deswegen bitte nicht gleich die
Scheidung von ihrem deutschen Ehegespons ein ;o)
Die Landessprache zu beherrschen ist natürlich nahezu unumgänglich, wenn Sie sich ganz in Frankreich niederlassen wollen. Sie könnten zwar für die anfänglichen Behördengänge u.ä. einen Dolmetscher engagieren, Einkaufen im Supermarkt geht auch ohne Französischkenntnisse und vielleicht schlagen Sie sich ja im Grossen und Ganzen mit Englisch, « Gebärdensprache » und dem Goodwill der Franzosen durch, aber Sie werden weder wichtige lokale, politische oder administrative Änderungen mitbekommen, weil Sie die Zeitung bzw. die Nachrichten nicht verstehen und Sie werden auch vom öffentlichen Leben ausgeschlossen sein, weil z.B. die meisten Veranstaltungen nicht plakatiert sind, sondern meist in der Nice-Matin angekündigt werden ; sei es nun ein Feuerwerk, lokale Festivitäten, Konzerte oder sonstige Ereignisse in Ihrer Gegend. Beziehungen zu Nachbarn, Gleichgesinnten aus ihrer Freizeitgestaltung, Kollegen u.ä. werden ohne Sprachkenntnisse logischerweise nie zu engeren Freundschaften führen, sondern beschränken sich immer auf « Hallo, wie geht's – Danke – Tschüss – Bis zum nächsten Mal » Sprich : Sie werden niemals integriert sein und das kann auf lange Sicht ja wohl keine Perspektive sein. Also fangen Sie so schnell wie möglich an, die Sprache zu erlernen.
So, das war's erst mal, aber lesen Sie sich ruhig auch mal unsere anderen Seiten durch, wie z.B.
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