Nizza 
von der Erfindung des Feuers bis zur Touristenmetropole

 

Erste Nachweise auf menschliche Behausungen im heutigen Nizza sind cirka 400.000 Jahre alt. Es wurde bereits Feuer verwendet, wobei aber nicht ersichtlich ist, wie es erzeugt wurde. Der Ort nennt sich "Terra Amata" und ein Museum gleichen Namens befindet sich heute in Nizza (auf der Basse Corniche, vom Nizzaer Hafen her kommend, in Richtung Villefranche ; erste Rechtskurve, linke Straßenseite)
Das Museum befindet sich auf einer Höhe von 26 m über dem Meeresspiegel – dort wo seinerzeit das Ufer war. Der Wasserspiegel des Mittelmeeres hob und senkte sich im Lauf der Zeit um mehr als 100 Meter, was man hier am « Mont Boron » zum ersten Mal anhand der zurückgebliebenen Spuren entdeckt hatte.

Die Arena von Cimiez

 

Viel später, im 6.Jahrhundert v.Chr., haben hier Griechen aus Marseille einen Handelsplatz namens "Nikaia" ("Sieg") eingerichtet.
Später gründeten die Römer "Cemenelum", den heutigen Stadtteil "Cimiez", in dessen Amphitheater heutzutage das jährliche Nizzaer Jazzfestival stattfindet. Es war damals eine bedeutende Ansiedlung, mit eben jenem Amphitheater, Thermen und sogar einem zentralen Heißluft-Heizsystem. Ein Zivilisationsstand, wie er im 3. Jahrhundert v.Chr. noch äußerst selten war.

1388 beschloss die Stadt Nizza und sein Hinterland, die Herrschaft des "Comte de Provence", Louis d'Anjou nicht anzuerkennen und gliederte sich dem in Sardinien beheimateten "Savoyen" unter "Amédée VII" an.
Nizza blieb als Grafschaft "Comté de Nice" bis 1860 mit dem Hause Savoyen verbunden (was auch die italienischen Einflüsse, z.B. in der Architektur erklärt)

Da Nizza der wichtigste und mächtigste Ort in der Region war, wurde 1748 mit den Arbeiten für den Hafen, den "port de Lympia" begonnen, welcher den Grundstein für Nizzas Handelsentwicklung darstellte.

Auch Bonaparte kam zweimal nach Nizza. Bei seinem ersten Aufenthalt, 1794, zog er sogar in Betracht, die Tochter seines Gastwirtes zu heiraten.
Nomen est omen : die Adresse des Anwesens lautete : 6, rue Bonaparte !

Infolge des italienischen Krieges sprach das Abkommen vom 24. März 1860 und die Volksabstimmungen vom 15. und 16. April die "Grafschaft Nice" Frankreich zu.

Dank des Tourismus, in der Hauptsache noch Engländer, erfuhr Nizza um die Jahrhundertwende einen spektakulären Aufschwung. Waren 1890 noch lediglich 22.000 Winter-Touristen zu verzeichnen, so waren es 20 Jahre später schon 150.000
Die Touristen blieben meist mehrere Monate und machten Nizza somit für die Hotellerie und den Immobiliensektor interessant.
Die wohl berühmteste "Touristin" war Königin Victoria; aber auch die russische Herrscherfamilie, die Königin von Portugal und andere gekrönte Häupter verhalfen Nizza zu seinem Renommee, lange vor Cannes, Monaco und Menton.

Der Aufschwung bot viele Arbeitsplätze und so kamen italienische Arbeiter in Scharen und ließen sich in den  Stadtteilen "Riquier" und "la Madeleine" nieder. So verlor Nizza leider sehr viel von seinem Charme und auch seinen Reichtum, bleibt aber nach wie vor eine außergewöhnliche Stadt; nicht zuletzt wegen seiner zentralen Bedeutung im Süden Frankreichs (z.B. der zweitwichtigste Flughafen Frankreichs), seines unvergleichlichen Klimas und schließlich das gleichermaßen von Studenten, Geschäftsleuten und Touristen geprägte Leben der Stadt und andererseits die Ruhe und Abgeschiedenheit im Hinterland.

 

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