Der "Star" des neuen Hafens ist der 352 m lange, 28 m breite und 19 m hohe schwimmende Kai (Digue flottante), der in Spanien in der Nähe von Gibraltar gebaut und anschließend von 5 Schleppkähnen mit einer durchschnittlichen Reisegeschwindigkeit von 3 - 5 Knoten quer übers Mittelmeer geschleppt wurde, wo er in Monaco am 28 August 2002 ankam. Sein Gewicht von 160.000 Tonnen entspricht viermal dem Gewicht des Flugzeugträgers "Charles-de-Gaulle" !
Andocken der "Digue" ans Festland
Hier wird er nun mit 10.000 m³ Süßwasser geflutet um
ihm 40 cm mehr Tiefgang
zu verschaffen. Dann wird er an dem eigens gebauten, 1 ha großen
Andockpunkt
(auf der Karte : Zone d'activités et nautique) mit dem Festland per
Gelenk
verbunden und am anderen Ende mit 6 jeweils 90 Tonnen schweren
Ankerketten
fixiert.
Dieser Andockbereich wurde dem
Meer
abgerungen und verschlang 400.000 m³ Aufschüttmaterial, 22.000
m³
Beton und 5.000 Tonnen Stahl und ragt nun ca. 2 m hoch aus dem Wasser.
Der "kleine" Gegenkai (Contre jetée) mit seinen 145 m Länge, 30 m
Breite, 11 m Höhe und 50.000 Tonnen Gewicht benötigte 70.000 m³
Aufschüttung, 20.000 m³ Beton und 5.400 Tonnen Stahl. Er wurde in
La
Ciotat bei Marseille gebaut und kam am 7. Juli
2002 in Monaco an.
Die weißen Flächen sind der
Belegungsplan für die Bootsliegeplätze, die sich durch den Hafenausbau
nun
verdoppeln, vor allem für große Jachten ab 25 m bis hin zu 100 m Länge.
Durch die zwei neuen Kais wird der alte Hafen wellentechnisch
wesentlich ruhiger
werden, da die bisherige Hafeneinfahrt genau in Windrichtung lag und
den Wellen
ungehindert Einlass ließ. Unnötig zu erwähnen, dass die Preise für die
Liegeplätze danach drastisch ansteigen werden.
Die Art der Bebauung des neugewonnen Landes, der Zone d'activités ist noch nicht endgültig beschlossen : entweder wird ein Wohngebäude mit maximal 2 Stockwerken (um den Blick auf und vom dahintergelegenen "Fort Antoine" nicht zu verbauen) oder aber ein "Gewerbebereich" für die Schifffahrt, in dem Büros für die führenden Jachthersteller angesiedelt werden und alles was damit sonst noch zu tun hat : Banken, Versicherungen, Jachtarchitekten, und Techniker.
Mit der endgültigen Fertigstellung kann 2006 / 2007 gerechnet werden.
Die Kosten belaufen sich derzeit auf 335 Millionen € und werden zu 100% vom monegassischen Staat aufgebracht. Diese Summe setzt sich zusammen aus :
100 Mio. € für die "Erdarbeiten"
100 Mio. € für den großen Kai mit einem oder gar zwei "Meeres-Bahnhöfen" für die ankommenden Kreuzfahrtschiffe sowie Büros, Boutiquen und Tiefgaragen im Inneren der Kais
55 Mio. € für den kleinen Kai, auf dem später vermutlich ein Restaurant und ein Bootshangar entstehen werden.
60 Mio. € für die Arbeiten im Hafenbecken selbst
10 Mio. € für Ausbauarbeiten an den alten Hafenkais, an denen eine zweite Schiffstankstelle, die Hafenmeisterei und ein Wasserpolizeigebäude errichtet werden
10 Mio. € für Ausbauarbeiten unterhalb des Fairmont-Hotels (ehemals Loews) - am Quai Louis II, wo der neue Jachtclub und das neue Marinemuseum entstehen sollen.
Ob diese Summen eingehalten
werden ist
natürlich mehr als fraglich. So wurde der große Kai ursprünglich auf 60
Mio.
€ veranschlagt, die derzeitige Forderung des Herstellers beträgt aber
satte
90 Mio. mehr !! also 150 Millionen Euro !!! Klar, dass hier Unmut
aufkommt und noch mal
neu verhandelt wird. Aus oben aufgeführter Liste kann man ja schon die
monegassische Zielvorstellung für den Kai ersehen : 100 Mio.
NACHTRAG : neuere
Schätzungen (November 2003) belaufen sich nun auf eine Gesamtsumme von
500 Mio Euro !!! Grund :
die Ausbauarbeiten für den alten Hafen
waren weit höher als geplant.
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