Col de Turini
Welcher Motorsportfan kennt diesen Namen nicht ?! Was die Rallyepiloten da in der "Nacht der langen Messer" bei Schnee und Eis zaubern, das grenzt schon an Wunder.
Mir persönlich ist es dann aber
tagsüber, bei Sonne und zivilen Temperaturen - vor allem mit dem Moped - doch
lieber ![]()
Hier nun die Daten für eine gemütliche Tagestour :
Los ging es so gegen elf in La Turbie. Auf der Grande Corniche in östlicher Richtung, immer den Wegweisern zur Autobahn A8 nach "GENES" (zu deutsch GENUA) folgend, da La Turbie selbst nur über eine Autobahnauffahrt in die andere Richtung, Richtung Nizza verfügt.
Nach guten fünf Kilometern,
am Vista Palace Hotel, dann auf die besagte Autobahn (ist kostenlos), weil die
Grande Corniche danach zur Küste hin abfällt und in die Hauptverkehrsstrasse
einmündet. So müsste man durch ganz Roquebrunne und
Menton hindurch und dort dann die richtige Abzweigung in die Berge zu finden
ist für Ortsunkundige eher ein Glücksspiel.
Dann schon lieber kurz die Autobahn. Nach 6 km, an der nächsten Ausfahrt,
der "Sortie 59" gehts schon wieder runter von der Autobahn und Richtung
Sospel.
Vorbei an "Castellar", denn auch wenn das von Weitem recht niedlich und provenzialisch ausschaut, lohnt der Abstecher nicht. Die Strasse dorthin ist eine Kategorie 4 und los ist dort auch nicht viel. Mit einer langhubigen Harley ist man da ausserdem nach nur 5 - 6 Kolbenschlägen schon wieder durch den Ort durch - lohnt also echt nicht.
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Wenn schon Sightseeing, dann lieber "Castillon" (16 km nach der
Autobahnausfahrt) : das liegt gleich an der Strasse und bezeichnet sich selbst
als "Künstlerdorf" (einige Künstler betreiben dort ihre Galerien -
mir hat vor allem der Landschaftsfotograf gefallen). |
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| Interessant war dort auch das Treffen der "Motorräder und Roller älteren Baujahrs" |
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Guzzi-Gespann von 1960 |
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Wer an seinen Siegchancen zweifelt, bringt seinen Pokal am Besten von zuhause mit : |
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Und hier nun das ultimative
Blondinen-Motorrad !!! Kann nicht umfallen und
hat genug Kofferraum für tonnenweise Stöckelschuhe, Discofummel und Schminkutensilien
Na gut, Spass beiseite : der Beiwagen enthält einen Ein-Mann - Klapp-Caravan
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| Weiter geht's : immer
Richtung Sospel. Einen guten Kilometer hinter Castillon kommt eine Gabelung :
Sospel via dem "Col de Castillon" nach rechts oder oder "Sospel direkt" nach
links. Habe den Pass genommen - eh klar.
In Sospel erst mal Richtung "Centre" und dann am Kreisverkehr nach links, Richtung - wer hätte es nicht schon geahnt - "Col de Turini" Rechterhand übrigens das alte Stadttor von Sospel, das früher eine Zollstelle war, denn hier ging die "route du sel", die Salzstrasse entlang. Genauso wie später dann die Maginot-Linie. Als Überbleibsel kann heute noch das "Fort Saint-Roch" von 1932 besichtigt werden. Alles zusammen besichtigen und dann auch noch in einem echten Speisewagen des Orientexpress essen kann man in Sospel auch : 29 € inkl. Führungen und anschliessendem Mittagessen in einem Speisewagen, der 1938 zwischen Ankara und Bagdad fuhr. Infos unter Tel: 04.93.04.20.95
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Jetzt aber wieder weiter auf den eigenen zwei Rädern :
| Es geht jetzt stetig bergauf, mal zügig, mal sehr kurvig ... | |
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Das Foto entstand übrigens an einem
Sonntag, Ende Juli. Also nix mit endlosen Blechkaravanen und so. Im Hinterland der Côte
d'Azur ist Motorradfahren noch eine Sache zwischen Dir, deinem Moped und der
Strasse
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| ... bis man schliesslich
den Sattel des Col de Turini auf 1607 Meter über Null erreicht. Auch wenn dies im Sommer eine klassische T-Shirt-Strecke ist, sollte man doch eine Jacke in das Topcase packen, denn wenn der Bergsattel in den Wolcken liegt kann es doch kühl werden - für hiesige Verhältnisse. Im April habe ich hier in den Schattenpartien sogar noch vereinzelt Schnee am Strassenrand liegen sehen. Quel scandale !! Kurzes Päuschen zwecks Mittagessen auf der Terrasse des Hotels "Les trois Vallées" mitten unter Bikern und Radlern : die Bedienung hat zwar offensichtlich beim Unterrichtsfach "Lächeln und Gastfreundschaft" gefehlt, aber das Omelette mit Schinken und grünem Salat war sehr gut und für insgesamt 10.60€ zusammen mit frischem Baguette, einem halben Liter BADOIT-Mineralwasser (um Lichtjahre besser als diese gepanschte San Pellegrino-Siffe) und einem Achtel kühlem Rosé (wer selbst ein Achtel nicht verträgt, soll lieber Tretroller-Urlaub in Bad Überkingen machen - Nein, Scherz beiseite, das soll natürlich jeder selbst entscheiden), für den Preis kann man bei einem Berggasthof jedenfalls nicht meckern.
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| Nun aber weiter in Richtung PEÏRA-CAVA, auf der D2566 geht es in nur 6.5 km bereits schon wieder 200 Höhenmeter tiefer. Eine Strasse der Kategorie 1, auf der man es richtig laufen lassen kann (in den Kurven trotzdem vereinzelt Rollsplitgefahr, vor allem im Frühjahr, also Augen auf) Kurz nach PEÏRA-CAVA kommt eine Gabelung, beide Wege führen nach LUCERAM. Ich habe die rechte, die D2566 genommen. Mit bis zu 15% Gefälle geht es auf einer Kategorie 2 - 3 hinunter nach LUCERAM. Dort trifft man auch wieder auf die Einmündung der D 21, die andere Strasse der Gabelung. Die bin ich dann auch gleich wieder hochgefahren. Aber nicht ganz : nach der Hälfte der Strecke kommt erneut eine Abzweigung. Geradeaus geht es weiter auf der D21 und man kommt wieder an die erste Gabelung. Ich habe die rechte Strasse , Richtung COL DE BRAUS gewählt (übrigens nicht zu verwechseln mit dem Col de Brouis, der liegt weiter östlich von Sospel) Von da an geht es auf einer Strasse der Kategorie 4 durch Wälder und vorbei an romantischen Lichtungen. |
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Nach nur 8 km, die aber
wegen des langsamen Tempos schon etwas Zeit beanspruchen, kommt man an einer
weiteren Gabelung ( rechts nach ESCARENE / NIZZA bzw links COL DE BRAUS)
wieder auf normale Strassen zurück.
Also links zum Col und dann geht es flott bergab bis nach Sospel. Zwischendrin
gab es mal die Möglichkeit direkt in Richtung Col de Castillon abzukürzen,
aber die Strasse runter nach Sospel ist einfach genial.
In Sospel habe ich dann nicht wieder die Strasse zum COL DE CASTILLON gewählt, das hatten wir ja schon am Vormittag, sondern die Route MENTON DIRECT. Nach nur 6 km auf einer Kategorie 1A im Tiefflug kommt man schliesslich wieder an die Gabelung vom Vormittag (siehe oben : "Sospel via Col de Castillon oder Sospel direct") und von da an kennt man ja die Strecke bereits, aber halt in umgekehrter Richtung.
| Wenn man dann wieder an
die Autobahnaus-/ Einfahrt bei Menton kommt kann man natürlich wieder die
Autobahnroute nehmen. Wer aber noch Lust hat, folgt unmittelbar an der
Autobahnauffahrt den kleinen Hinweisern nach SAINTE AGNES. Auf 10 km
windet sich ein Strässchen der
Kategorie 2 und teilweise 3 das Tal nach Ste Agnès hinauf. Das macht nochmal
so richtig Laune. Ste Agnès selbst ist ein nettes kleines Bergdorf, das überhalb Menton am Berg klebt. Kann man durchaus zu Fuss besichtigen, wenn man Zeit und Lust hat. Von Ste Agnès geht es dann auf der D53 weiter in Richtung PEILLE, mit herrlichen Ausblicken auf Ste Agnès und die Küste von Menton bis weit nach Italien hinein. |
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Es handelt sich zwar überwiegend um eine Strasse der Kategorie 3 bis 4, aber die Landschaft ist sehenswert und die Strasse macht trotzdem Spass zu fahren. |
| Eine Gabelung kommt noch (rechts nach PEILLE und links nach La Turbie). Dann geht es flüssig runter nach La Turbie. |
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Wieder zurück in LA TURBIE sind
nach rund 5-6 Stunden (inkl. Mittag) lediglich 150 km mehr auf dem Tacho,
aber darin waren so ziemlich alle Strassengattungen vertreten und langwierig
wurde es nie.
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