Via Ferrata   

Für ein kleines Abenteuer, à la "Indiana Jones", kann man bei Peille (von Monaco oder Nizza aus nach "La Turbie" und dann Richtung Peille) die "Via Ferrata" begehen. Ein Kletter-Rundkurs, der, obwohl man ihn nicht unterschätzen sollte, auch für Anfänger geeignet ist.

Der Klettersteig wurde scheinbar kürzlich renoviert und ist in einem Top-Zustand. Alle Tritte und Griffe glänzen quasi noch neu.

Die Ausrüstung gibt es im Nebenzimmer vom l'Absinthe zu mieten. Gesamtset 16€, Eintritt 3 €, Einzelstücke 4€.

Vorbeimogeln klappt übrigens nicht - der Wirt erspäht jeden Kletterhelm im Ort und sprintet hinterher, um den Eintritt einzutreiben, der aber bei der Qualität auch echt gerechtfertigt ist.

Wer will, kann sich auch Infos zum Klettersteig im Netz ansehen: http://peille.free.fr/, jedoch leider nur auf Französisch.

Vernünftige Schuhe, notfalls auch Turnschuhe mit rutschfester Sohle, sind natürlich Voraussetzung und die Mitnahme von Handschuhen ist empfehlenswert, da man mit schwitzenden Händen sonst an der eisernen Haltegriffen immer leicht rutscht und das kostet unnötig Kraft.

Und los geht's : vom Ort aus ca. 10 Minuten wandern und schon ist man an der ersten Hängebrücke.
Sie dient gleichzeitig als erster Test für Schwindelfreiheit.

Die Ausrüstung besteht aus einem Klettergeschirr mit 2 Sicherungshaken. Man hängt beide Haken in die Sicherungsleine, die sich über den gesamten Parcours hinzieht. Kommt man an einen Punkt, wo die Sicherungsleine im Felsen verankert ist, löst man einen Haken, hängt ihn oberhalb der Verankerung wieder an die Sicherheitsleine und macht dann das gleiche mit dem zweiten Haken. Man ist also keine einzige Sekunde ungesichert !

 

 

Nach der Hängebrücke geht's an den ersten Aufstieg, sogar mit einem kleinen Überhang und anschließend einer Querpassage, alles natürlich über dem Abgrund.

 

 

Wer hier nun genug hat, sei es, dass ihn der Mut verlässt oder die Kraft, hat am Ende dieser Passage die erste Ausstiegsmöglichkeit ("echappatoire") um den Parcours zu verlassen und entweder in die Bar zurückzukehren oder aber seine Freunde beim weiteren Parcours zu beobachten. Für alle anderen geht es über eine zweite Hängebrücke und einen weiteren Aufstieg weiter. In der darauf folgenden Passage gibt es einen 2. Ausstieg. Danach kommt die erste "Affenschaukel" : ein Stahlseil über eine Schlucht, ein weiteres um sich festzuhalten und natürlich das obligatorische Sicherungsseil. (Insgesamt gibt es drei Affenschaukeln)

Nach der dritten Ausstiegsmöglichkeit kommt das "Filet", das Netz. Ein Stahlnetz, in dem man mit dem Rücken zum Fels, also mit dem Gesicht zum Abgrund hochklettert. Bei dem nachfolgendem, senkrechten Aufstieg kommt ein kräftiger Überhang, der aber nur etwas für die Kräftigeren ist (man hat ja schon einen Grossteil des Parcours hinter sich) 

Aber auch hier gibt es Alternativen, um den Parcours unter Umgehung des Überhangs fortzusetzen.

Nach der dritten Affenschaukel kommt die "Tyrolienne". Ein Stahlseil über einem Abgrund, in das man sich mit einer Rolle, die ebenfalls Bestandteil des Klettergeschirrs ist, einhängt und somit über die Schlucht saust. (Es ist natürlich auch eine Bremse eingebaut, damit man am anderen Ende nicht an die Wand klatscht!)

Das war's dann im Grossen und Ganzen: nach ca. 20 Minuten Fußmarsch ist man dann wieder in der Bar, um die Tour zu begießen.

Zeitaufwand insgesamt ca. 2 Stunden. Bei Photo- und Brotzeitpausen entsprechend länger, Profis sollen auch schon nach 1,5 Stunden wieder in der Bar gesichtet worden sein.

Im Sommer etwas zum Trinken mitnehmen. Es gibt zwar viele schattige Nischen, aber mit Schwitzen und Wärme trocknet man trotzdem schnell aus.

Tipp zum Ausklang: zwischen Peille und La Turbie links Richtung Col de la Madonne abbiegen und atemberaubend schön nach St. Agnes kurven.

Entweder Picknick auf der Strecke mit Blick auf die Küste von Menton oder im Ort ein gemütlicher Kaffee und ein lockerer Spaziergang zum Gipfel, wo ein mittelalterlicher Garten um eine Schlossruine wartet. Maginot-Fans können eine unterirdische Bunkerstadt besichtigen, die in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts angelegt wurde.

Übrigens:
Wer von St. Agnes ohne Umwege wieder zur Autobahn finden muß, orientiert sich am Ortseingang bergab Richtung Menton und folgt dann der Beschilderung "Autoroute" bis zur Auffahrt Menton

©2004 www.voila-la-france.de

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