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Die französische Sprache

Von den Problemen für Sprachanfänger, Tipps zum Französisch lernen

Wie entstehen neue Vokabeln

Mehrdeutigkeiten 

Auf die Details kommt es an

Abküfi

Schulfranzösisch und die Realität

Akzent

Merde

Von "Nutten" und "Schlampen" im täglichen Leben

Blau-Schwarz-Braun : Verwirrendes Farbenspiel

Marcel macht warm um's Herz

faux amis - falsche Freunde

französische Witze

 

 

Französisch hört sich für den "Nicht-Franzosen" oft wie ein einziges, laaanges Wort an. Und wenn man sich dann doch entschließt, die Sprache auf seine alten Tage noch zu erlernen, so kämpft man anfangs noch mit der Aussprache. Aber mit der Zeit gibt sich das - keine Panik. Und wenn es Sie tröstet : den Franzosen geht es mit Deutsch nicht anders; das deutsche "ch" beispielsweise, gibt es im Französischen nicht - bzw. "nischt", wie der Franzose sagen würde ;o)   Also alles reine Übungssache.

Die deutsche Methode, Wörter einfach zusammenzusetzen, wie z.B. "Donaudampfschiffskapitän" ist im Französischen ebenfalls unbekannt. Hier werden die verschiedenen Substantive durch Präpositionen verknüpft, also z.B. der "Kapitän des Schiffs von Dampf auf Donau"
Diese Präpositionen unterscheiden sich leider häufig von den deutschen. So heißt beispielsweise "ein Freund von mir" nicht wie wörtlich übersetzt "un ami de moi", sondern "un ami à moi" - typischer Anfängerfehler. Und um es noch komplizierter zu machen, ändern sich die Präpositionen auch manchmal : "Gitarre spielen" heißt "jouer de la guitare" während "Tennis spielen" "jouer au tennis" heißt. Also beim Vokabelnpauken am besten die zugehörigen Präpositionen gleich mit Auswendiglernen.

Ähnliche Gemeinheiten gibt es bei den Geschlechtern : während im Deutschen das berühmte Radrennen "die Tour de France" weiblich ist, ist sie im Französischen männlich "le tour de France"; halb so wild, denkt jetzt so mancher, aber zu allem Überfluss gibt es das französische Wort "tour" auch als weibliche Vokabel, nämlich im Sinne von "Turm" (also "la tour Eiffel" !) und der ist im Deutschen - wen wundert's- natürlich männlich. Verkehrte Welt. Auch hier also, beim Vokabelnlernen unbedingt den Artikel mitlernen. Am besten ist immer noch, so altmodisch es auch klingt, das Auswendiglernen ganzer Geschichten (also z.B. die Kurzgeschichten am Anfang eines Kapitels im Französisch-Schulbuch). Auf diese Weise lernt man "automatisch" zu sprechen. Wenn Sie Deutsch sprechen, denken Sie ja auch nicht an die grammatikalischen Regeln, sondern Sie sprechen einfach drauf los; Sie wissen einfach, dass es "die Kurve" heißt, dass man aber sagt : "in der Kurve" (könnten Sie das einem Ausländer mit grammatikalischen Regeln erklären ? Wahrscheinlich nicht ! )

Wenn Sie schon einige Fortschritte im Französischen gemacht haben, sollten Sie die heutige Technik nutzen und eine Satellitenschüssel auf den "Atlantic Bird 3-Satelliten" installieren und regelmäßig französisches Fernsehen gucken; vor allem Nachrichten (aus den deutschen Nachrichten wissen Sie ja bereits, um was es geht; Sie müssen sich also nicht mehr bemühen, den Inhalt zu erfassen), oder auch Fernseh-Magazine wie "Capital" (Wirtschaft), "Turbo" (Auto) etc, also Sendungen, bei denen "sauberes" Französisch gesprochen wird und ohne störende Hintergrundgeräusche bzw. -musik (wie  z.B. bei Filmen). Somit prägt sich schon mal die Sprachmelodie und deren Rhythmus ein und Sie lernen feststehende Begriffe. So finden es die meisten Männer z.B. meist sehr befremdlich von " die Ferrari", die "Mercedes" etc zu sprechen; im Deutschen sind Autos gefälligst männlich ! Daran muss man sich erst gewöhnen.
Dieser Satellit sendet allerdings noch analog und im 12 GHz Bereich, mit einer alten ASTRA-Anlage (10GHz Bereich geht das also nicht). Am besten eine gebrauchte Anlage von einem französischen Nachbarn abkaufen, der auf digital TV umgestiegen ist oder im Fachhandel nachfragen. Allerdings wird dieser Satellit vermutlich 2011 abgeschalten. Französisches TV wirdübrigens
in SECAM ausgestrahlt (deutsches in PAL) aber wenn Sie den Fernseher mit Scartkabel an den Receiver anschliessen, dürfte es ohne Probleme funktionieren.
Wenn Sie bereits eine Sat-schüssel auf ASTRA (also für die deutschen Programme) haben, so können Sie öfter mal bei "Arte" reinschauen. Ab und zu laufen dort französische Filme, die dann deutsch untertitelt sind. Ferner können Sie auch bei "Arte" den französischen Tonkanal einstellen (Frequenzen erfahren Sie bei Ihrem Fachhändler). Dort läuft zwar oft der gleiche Ton, wie auf dem deutschen Kanal, aber manchmal haben Sie dort auch deutsche Beiträge mit franz. Untertiteln oder rein französischsprachige Beiträge/Filme.

Das wohl wichtigste Wort im Französischen ist "le truc" (sprich "trück") und heißt "das Ding, Dingsda", also ein Lückenfüller, wenn einem ein Wort gerade nicht einfällt oder wenn es keine entsprechende Vokabel für den Gegenstand gibt. Selbst Franzosen benutzen es oft in der Umgangssprache oder wenn es schnell gehen soll; vorausgesetzt der Gesprächspartner versteht sofort, von was man spricht.

 

Wie entstehen neue Vokabeln ?

Sprache lebt, sie erneuert sich täglich. Gerade im Internetzeitalter und der Europäisierung kommen ständig neue Worte auf. Während die Deutschen meist die englischen Begriffe übernehmen, haben Franzosen hier ihren eigenen Stur-Kopf.
Da die Bürokratie in Frankreich oft noch schlimmer als in Deutschland ist, gibt es hier eine festgelegte Verfahrensweise. Die "académie française" entscheidet, welche Wörter es wert sind, in den allgemeinen Sprachgebrauch eingeführt zu werden und überlegt sich ein entsprechendes Pendant im Französischen (und wehe dem Radiomoderator, der statt dem französischen Wort weiterhin das englische benutzt !! )
Während manche englische Begriffe mittlerweile gang und gäbe sind, wie z.B. "le pickpocket", der "Taschendieb" , oder das allseits beliebte "Sandwich"( das natürlich französisch ausgesprochen wird : "saandwietch") gibt es Wörter die aus dem Englischen übernommen werden, aber nicht nur französisch ausgesprochen, sondern auch so geschrieben werden, wie z.B. der "Zusammenbruch" - auf Englisch der "crash", wird im Französischen zu "krach" (sprich "krasch").
Und dann gibt es die berühmten franz. Übersetzungen : der "Fußball"  wird zum "Ball des Fußes", also "ballon à pied", was sich aber in der Bevölkerung nicht durchgesetzt hat; umgangssprachlich sagt man "jouer au foot" (sprich: "futt"), genauso wenig wie "la fin de la semaine" (das Ende der Woche); das bleibt meistens : "le week-end". Es gibt aber auch Neuschöpfungen : "arobase" heißt das "@" in E-Mail Adressen, also z.B. " postmaster @ voila-la-france.de " heisst dann : "pohstmahstöör arobase voila-la-france deh ö"; denn natürlich werden auch hier die englischen Worte wie "postmaster" auf französisch ausgesprochen (was die Kommunikation mit Franzosen nicht gerade erleichtert - man überlegt zuerst : wenn der Franzose "Klapp-Tonn" sagt, wie wird es dann seiner Meinung nach geschrieben : "Klapton" oder "Clapton" und, siehe da, schon hat man kapiert, es geht um den Musiker "Eric Clapton" !)

Wie auch im Deutschen, beeinflussen Produktnamen die Sprache. So ist z.B. im Deutschen ein "Tempo" das Synonym für ein Papiertaschentuch. Im Französischen heißt dies "Kleenex" (welches im Deutschen wiederum eher die Tücher in der rechteckigen Pappschachtel bezeichnet). Ein "Kaarschäär" ist nichts anderes als der "Kärcher " und steht als Allgemeinbegriff für Hochdruck-Reinigungsgeräte (die Dinger um das Auto oder eine Terrasse zu reinigen). Der hat sogar zu einem anderen Begriff geführt : "karcherisation" , was soviel bedeutet, wie die Reinigung, Säuberung im Sinne :" von unerwünschten (politischen) Elementen befreien" (Ein Nizzaer Richter wurde inhaftiert, weil er seine Stellung dazu missbrauchte, um Informationen über neue Mitglieder einer Freimaurerloge einzuholen. Es wurde daraufhin von den Freimaurern eine "Karcherisation" der Loge, also das Aussieben und Ausschließen der korrupten Mitglieder versprochen)

 

Mehrdeutigkeiten

Trotz aller Bemühungen, ständig neue Begriffe zu formen, gibt es leider in vielen Bereichen ein Wort mit mehreren Bedeutungen. "la serviette" kann in der franz. Umgangssprache, je nach Zusammenhang bedeuten : die Serviette, die Aktentasche (obwohl es hierfür auch andere offizielle Worte gibt : "le porte-documents" oder auch " la mallette) oder auch die Damenbinde. Letztere heißt auch oft " la couche", was wiederum auch die Babywindel oder eine Schicht (z.B. eine Farbschicht) bedeuten kann. Wenn also ein Maler plötzlich scheinbar von Damenbinden und Babywindeln spricht, so ist er keineswegs sternhagelbetrunken, sondern immer noch in einer beruflichen Diskussion !
Auch ein Automechaniker, der von einem " joint " schwärmt, muss nicht unbedingt drogenabhängig sein, das heißt nämlich gleichzeitig auch Dichtung (technisch, nicht im Sinne von "Prosa" !)

Wichtig für den Sinn ist zum Beispiel bei Adjektiven auch deren Stellung im Satz : "des mains sales" heißt schmutzige Hände zu haben; vom arbeiten beispielsweise ; "des sales mains" heißt Dreck an den Händen zu haben, im Sinne von Kriminalität.

Weitere Beispiele :
un ancient couvent - ein ehemaliges Kloster                  un couvent ancien - ein altes Kloster
un pauvre homme - ein bedauernswerter Mensch       un homme pauvre - ein mittelloser Mann
la dernière année -das letzte Jahr (z.B. des Krieges)    l'année dernière - das vorige Jahr

 

Auf die Details kommt es an

Manchmal sind es Kleinigkeiten, die aber einen großen Unterschied ausmachen. So bedeutet z.B. der Ausdruck " Je m'en doutais " (douter = zweifeln) in Wirklichkeit aber : " Das dachte ich mir schon "
Beispiel : "Lebst Du gerne an der Côte d'Azur ?" Antwort : " Na klar! "
" Das dachte ich mir schon " also eigentlich eine positive Bestätigung und kein Zweifel.

 " J'en doutais " hingegen drückt den Zweifel aus : " Das wollte ich auch bezweifeln " (sinngemäss)
Beispiel : " In Nizza liegt im Winter viel Schnee "    " Das möchte ich aber schwer bezweifeln, bei durchschnittlich +15° Celsius "

Das kleine Wörtchen " me " (ohne jetzt auf die grammatischen Feinheiten eingehen zu wollen) macht also eine ganze Menge aus.

Welch verherrende Wirkung kleine Unterschiede und falsche Satzstellung bedeuten können, zeigt eine kleine Anekdote, die einem Bekannten von uns widerfahren ist :
Als im Fernsehen einige gut geformte und spärlich bekleidete Mädchen zu sehen waren, bemerkte unser Freund den strafenden Blick seiner Frau ob seiner offensichtlichen Begeisterung für dieses Programm. Er beeilte sich unter Anwendung seiner zärtlichsten Stimmlage, seiner Frau mit einem treuen Augenaufschlag zu versichern : " Chérie, tu es de loin la plus belle " ' Du bist mit Abstand die Schönste, mein Schatz '. Leider kam es aber wie folgt aus seinem Munde : " Chérie, tu es loin d'être la plus belle " ' Schatz, Du bist weit davon entfernt, die Schönste zu sein ' Zum Glück kam es soo ehrlich rüber, das sie es lachend als das Kompliment nahm, als das es gedacht war - Glück g'habt !

 

ABKÜFI -Abkürzungsfimmel

Auch das existiert leider im Französischen. "ASSEDIC" zum Beispiel, ist die "Association pour l'emploi dans l'industrie et le commerce", die "Vereinigung für Arbeit in der Industrie und im Handel" und "toucher les assedic" heißt deshalb ganz offiziell "Arbeitslosengeld beziehen"
Solcherlei Abkürzungen gibt es massenhaft, auch weil der ausgesprochene Titel, Name oder Bezeichnung einfach zu lang ist (siehe ASSEDIC). Internationale Abkürzungen, wie EU, NATO, AIDS etc gibt es im Französischen natürlich auch ;  nur daß die NATO dann plötzlich OTAN heißt - weil die Wörter nämlich erst ins Französische übersetzt werden und sich damit dann die Reihenfolge der Buchstaben ändert ! AIDS wird so zu SIDA und die DNA zu ADN

Auch in der Umgangssprache gibt es natürlich Abkürzungen :

système D : das 'D' steht als Abkürzung für 'se débrouiller'  = sich durchwursteln / improvisieren. Système D steht also für "zusammenmurxen"  " pfuschen"  "Improvisation"etc. Es gibt sogar eine Zeitschrift für Heimwerker mit diesem Namen.

das etwas makabere "pph"; es bedeutet " passera pas l'hiver " ( = wird den Winter nicht überstehen) und ist die Bezeichnung für sehr alte Leute!

SDF sind Obdachlose : sans domicile fixe - also ohne festen Wohnsitz. Spaßeshalber wird es aber auch für ledige Jungs verwendet : sans demoiselle fixe - ohne festes Fräulein

BCBG : ursprünglich die Abkürzung für " bon chic, bon genre", stellvertretend für gutgekleidete Leute, die IN sind; geht in Richtung "Yuppies".
Aber auch als Abkürzung für " beau cul, belle gueule ", "netter Po, hübsches Gesicht"

PQ : P steht als Abkürzung für papier und das Q wird im Französischen genauso ausgesprochen wie das Wort 'cul', zu deutsch 'Hintern'. PQ ist also nichts anderes als eine Abkürzung für Toilettenpapier

BD : "bande dessinée" = "Comix"

H steht im Französischen für "Haschisch" (während es im deutschen ein Anglizismus für "Heroin" ist)

Schließlich gibt es natürlich noch die Kurzformen wie "fac" für " faculté "  ("Uni" statt "Universität") oder " bac " für " baccalauréat " ("Abi" statt "Abitur"), " alu " für " aluminium " etc

Manche Abkürzungen sind entstanden, um Buchstaben in teuren Annoncen zu sparen. In Deutschland sieht man ja oft bei Gebraucht-KFZ-Anzeigen die Abkürzung "RC" für Radio-Cassette sprich Radio mit Kassettenspieler. In Frankreich wird Kassette mit "K7" abgekürzt ; das kommt daher, dass "sieben" auf französisch "sept" heißt und das wird "sett" ausgesprochen; also "ka" für "K" und "sett" für "7"; zusammen "kasett" = "cassette". Mittlerweile ist diese "Abkürzung" so geläufig, daß sie oft in Werbungen für Videotheken (Video-Kassetten) eingesetzt wird.

 

Schulfranzösisch und die Realität

Wenn der Sprachanfänger voller Zuversicht das erste Mal nach Beginn seiner schulischen Bemühungen nach Frankreich reist, erwartet in oftmals ein herber Rückschlag. Zuerst einmal das Problem mit dem "patois", den regionalen Mundarten (im umgekehrten Falle : ein Franzose der das Pech hat, seine ersten Kontakte in Niederbayern zu machen, wird sich auch erst mal fragen, was für eine Sprache er am Goetheinstitut denn eigentlich gelernt hat - er versteht anfangs auch nur Bahnhof). Hat man sich nach einigen Tagen an die regionalen Eigenheiten der Aussprache gewöhnt, tauchen trotzdem immer wieder unverständliche Worte auf. Das Auto - "la voiture"- heißt plötzlich "la bagnole" (die Kiste, Kutsche, Karre), das Geld - " l'argent "- wird zu " l'oseille ", " le blé " (Knete, Heu). Solche Sachen lernt man meistens nicht auf der Volkshochschule (deshalb französisches TV gucken ! ).

Wenn Ihnen Worte begegnen, die so gar nicht französisch ausschauen und in keinem Lexikon verzeichnet sind, probieren Sie's doch mal rückwärts ! Eh oui, das ist ein beliebter Spaß, v.a. bei Jugendlichen : Wörter einfach rückwärts auszusprechen - z.B. "ça m'evrene" statt "ça m'énerve" (= "das nervt mich"). Diese Unsitte nennt sich "Verlan" (das Wort "verlan" kommt wiederum von der Silbenvertauschung des Wortes "L'envers", auf deutsch: "verkehrt herum", das sich "lanver" ausspricht)
Diese Verdrehung der Worte oder Silben hat sogar in die heilige Welt des französischen Kinos Einzug gehalten : Die bekannte Komödie mit Phillippe Noiret und Thierry L'hermitte um zwei korrupte Polizisten (deutscher Filmtitel "Die Bestechlichen") heißt im Originaltitel : "Les Ripoux", "ripou" ist eine Verdrehung von "pourri" = verdorben

In e-mails wird manchmal so geschrieben, wie gesprochen wird. Extremes Beispiel : kise kiapete - will heißen : qui sait, qui a pété (Wer weiß, wer hier einen fahren lies , - Im Sinne von "Blähungen") - oder - je nach Belieben - auch : qui c'est, qui a pété. Ein berühmt gewordener Ausspruch aus der ersten Staffel von "Loft Story", dem französischen Pendant zu "Big Brother"

Mädels sind "les nanas"; nicht zu verwechseln mit den "nénés", auch "lolos" genannt; das bezeichnet den Busen. (Jetzt wissen Sie auch, woher der Name des Busenwunders  Lolo Ferrari stammt)
Jungs sind plötzlich "les mecs" oder "les gars", der "Aperitif" wird kurz zum "Apero". Aber auch wenn Sie solche Begriffe mit der Zeit verstehen, sollten Sie sie vorerst noch nicht selbst verwenden, das wirkt bei Ausländern irgendwie komisch. Außerdem riskieren Sie natürlich, die Worte falsch auszusprechen : bei dem gerade erwähnten "gars" für Jungs oder Kerle wird z.B. das "rs" am Schluss nicht gesprochen - man sagt nur "gaaa". Würde man das "rs" mitsprechen, also "garss", so wäre das nämlich das Wort "garce" und das bezeichnet ausschließlich Frauen ( nicht alle Frauen natürlich !! Es bedeutet nämlich "Schlampe", im Sinne von fieses Weibsbild !!! )
Also wie gesagt, am Anfang nicht nachmachen, ok?

Auch Franzosen machen Fehler :
Aussprache : so hört man beispielsweise den Begriff "pas encore" ("noch nicht") manchmal mit und manchmal ohne Liaison (d.h. das "s" in der Mitte wird entweder mitgesprochen oder nicht).
Bei "les haricots", = Bohnen  (im Plural) wird laut den Regeln KEINE Bindung gemacht, das
s zwischen les und haricots also nicht gesprochen ; das wissen selbst viele Franzosen nicht!

Grammatik : Die korrekte Frage nach der Uhrzeit lautet "Quelle heure est-il ?" (Wie viel Uhr ist es ?) Umgangssprachlich hat sich aber "Quelle heure il est ?" ( Wie viel Uhr es ist ?) eingebürgert.

Die korrekte Verneinung lautet " ne - Verb - pas ", das "ne" wird aber meistens nicht mehr mitgesprochen. Mittlerweile gibt es Ausdrücke, bei denen das "ne" bewusst weggelassen wird, d.h. würde man es wieder einfügen, würde man zumindest komisch angeguckt werden : Der Ausdruck der (gespielten) "Empörung" : ça va pas , non?  -  auf gut deutsch "ja geht's denn noch ?"  -  müsste grammatikalisch nämlich korrekt eigentlich " ça ne va pas, non?" heissen. Aber das würde als falsch empfunden werden.

Aber trotz allem, zweifeln Sie nicht an der Kompetenz ihrer Lehrer und halten Sie sich beim Sprechen an die erlernten Regeln. Außerdem sind Franzosen immer beeindruckt, wenn Ausländer Französisch sprechen können (was wahrscheinlich daran liegt, daß Franzosen selbst kaum Fremdsprachen beherrschen) und Sie haben dann schon mal einen Pluspunkt gesammelt.

 

Akzent

Diese kleinen Häkchen lassen einen Anfänger oft verzweifeln. Während man das " é " und das " è " ja noch an der Aussprache erkennt, hilft  z.B. beim " a " oder " à " nur noch lernen, denn da hört man keinen Unterschied in der Aussprache.

Kleiner Tipp für das " ô " : dieser Akzent auf dem " o " ist meistens ein Ersatz für ein nachfolgendes " s ".

Einige Beispiele :

hôpital heißt Hospital,

fenêtre, das Fenster heißt im Lateinische fenestra (oder so ähnlich, hatte zum Glück nie Latein lernen müssen),

forêt, der Wald heißt im Englischen forest,

hôte, das u.a. Gastgeber heißt, schreibt sich im Englischen host

pâte, der Teig oder die Paste heißt im Englischen paste

 

Die zwei Punkte auf manchen Vokalen, das sogenannte "trema", wie z.B. bei noël (Weihnachten) bedeuten, dass die Vokale getrennt ausgesprochen werden : bei michaël also wie im Deutschen "Micha - el" und nicht "Michäl"; noël also demzufolge "no-el" und nicht nöl

 

Merde

heisst das böse Wort mit Sch.... auf französisch und wird auch in den gleichen Zusammenhängen benutzt wie im Deutschen. Zusätzlich bedeutet das Wort "merde" z.B. kurz vor einer Prüfung oder einem Bühnenauftritt etc aber auch soviel wie "Viel Glück, alles Gute". Wichtig ist dabei, daß der Beglückwünschte AUF KEINEN FALL antwortet - sonst bringt es Unglück !!!!!

 

Von "Nutten" und "Schlampen" im täglichen Leben

Die "Putain" ( = Nutte) wird in Frankreich beinahe täglich bemüht - im oralen Bereich, will heissen : im sprachlichen Gebrauch  - oder was haben Sie jetzt gedacht

Putain ist ein Ausdruck des Erstaunens, wie z.B. "is nich wahr" "ach was" "na so was" etc und wird wegen seiner nicht gerade sehr vornehmen Ursprungsbedeutung auch gern mal durch Purée oder Punaise ersetzt
Wer richtig wütend ist - weil er sich z.B. gerade mal volle Kanne mit dem Hammer auf den Finger gekloppt hat - schreit auch schon mal "putain merde" = verflixte Schei...

Die Saloppe ist je nach Zusammenhang entweder abfällig eine "Schlampe" oder empört ein "hinterlistiges Weibsbild"

Auch zusammen tauchen sie gerne auf : putain, la saloppe entspricht so ungefähr dem deutschen " Ich glaub's ja nicht, schau Dir mal diese Schlampe/ dieses hinterlistige Luder an "

 

Blau - Schwarz - Braun : Verwirrendes Farbenspiel

Wissen Sie eigentlich, woher im Deutschen der Ausdruck "blau machen" kommt : (Zitat Wikipedia) Die Bezeichnung geht zurück auf eine arbeitsbedingte Pause bei den Wollfärbern. Man färbte die Wolle mit dem Färberwaid. Dies ist ein Farbstoff, der erst durch Sauerstoffzufuhr an Luft zur Farbe Blau umschlägt. Der Färber versetzte den Farbstoff mit Urin und ließ die Wolle über Nacht im Farbbad, um sie dann am nächsten Tag an der Luft trocknen zu lassen, wobei sich die blaue Farbtönung des Farbstoffs entwickelte. Im Mittelalter war der genaue chemische Ablauf noch nicht bekannt, die Färber wußten allerdings, daß die Farbstoffausbeute durch die Zugabe von Alkohol verbessert werden konnte. Dieser wurde nun aber nicht einfach so zugegeben, sondern wie in alten Rezepten vermerkt wurde, eignete sich Urin von fettleibigen Männern, die viel Alkohol getrunken hatten, besonders gut. Blaufärben war also - abgesehen vom Gestank - eine angenehme Arbeit im Freien, bei der es auch noch reichlich Alkoholisches zu trinken gab. Wenn nun die Färber betrunken waren, dann wußte jeder, daß diese blau machen. Diese Färbemethode wurde Anfang des 18. Jhd. abgelöst, die Redewendung „blau machen“ blieb aber erhalten.

Vermutlich kommt also der deutsche Ausdruck "blau sein" für den Zustand der Trunkenheit ebenfalls aus dieser Ecke. Im Französischen ist ein Betrunkener aber nicht "blau" sondern "noir " (= schwarz).
Wenn Sie mit "schwarz" allerdings die Haarfarbe bezeichnen wollen, so bezeichnet dies der Franzose als "brun" (was ins Deutsche zurückübersetzt braun / brünette heissen würde), denn wenn sie sagen 'la noire' und damit eine schwarzhaarige Frau meinen, so versteht der Franzose dies als Bezeichnung für eine 'Schwarze' aber ausschliesslich als Hautfarbe und nicht als Haarfarbe !
Jetzt versuchen Sie das mal jemanden zu erklären, der schon ziemlich blau bzw 'noir' ist

(A propos Haarfarbe : Blondinenwitze gibt es auch in Frankreich)


Der Marcel macht warm um's Herz

Namen unterliegen der Mode (siehe in Deutschland die amerikanischen Vornamen, je nach gerade aktueller TV-Serie) und so gibt es natürlich auch Namen, die man heute seinem Kind eher weniger gern geben wird. Robert, Maurice, René oder Marcel sind in Frankreich altmodisch, bei den Mädchen z.B. Ginette, Geneviève, Solange, Huguette u.a.

Der männliche Name Marcel ist vor allem auch deswegen unpopulär, weil es die umgangssprachliche Bezeichnung für die altmodischen Doppelripp-Unterhemden von Opa ist. Hält zwar warm, aber sieht meist einfach sch... aus.

 

"Falsche Freunde" - faux amis

Manche Worte existieren sowohl im Französischen als auch im Deutschen. Das heißt aber noch lange nicht, daß sie auch das gleiche bedeuten ! Der Ausruf, angesichts eines gutgebauten Menschen : "Was für eine Figur" bezieht sich im Deutschen auf die Körpermasse. Im Französischen hingegen bedeutet "figure" lediglich das Gesicht (das deutsche Wort "Figur" wird im französischen zu " la silhouette ". Und wenn Ihnen ein Franzose sagt, sie hätten "un visage extraordinaire", so will er damit nicht ausdrücken, sie hätten eine "äußerst ordinäre Visage". " le visage" ist im franz. nämlich ein ganz neutraler Begriff für das Gesicht, und "ordinaire" heißt gewöhnlich im Sinne von normal, "extraordinaire" ist also demzufolge außergewöhnlich.

In der Sprache der deutschen Kinder heißen Vater und Mutter meist Papi und Mami. Bei den Franzosen sind der Papi und die Mamie aber der Opa und die Oma. Wenn Sie also auf französisch zu einem Kind in Begleitung seiner Mutter sagen : 'Na, gehst Du mit deiner Mamie spazieren ?' dann wundern Sie sich nicht, wenn diese Mama Sie mit einem finsteren Blick belegt.

"Le was-ist-das" ist nicht etwa eine Frage, es bezeichnet schlichtweg ein Mansardenfenster (auch als "le velux" bekannt ; wieder einmal ein Einfluß von Markennamen auf die Sprache)

Mit Cineasten sind ja im deutschen Sprachgebrauch vor allem Kinofans gemeint; im Französischen ist ein "cinéaste" ausschließlich ein Kinoschaffender, also ein Regisseur oder allenfalls noch ein Techniker im Kinoproduktionsbereich.

Maitresse oder Konkubine werden im Deutschen höchstens scherzhaft oder im historischen Zusammenhang gebraucht. Im Französischen ist "maitresse" auch heutzutage noch ein ganz geläufiges Wort für die Freundin eines verheirateten Mannes.
Die "maitresse" ist aber auch die Kindergärtnerin / Lehrerin. Wenn ihr kleiner Sohn also erzählt, dass er eine nette Maitresse hat, so ist er deswegen noch keineswegs frühreif ;o)

Eine "Concubine" ist eine Frau, die mit einem Mann in einem gemeinsamen Haushalt wohnt ohne daß die beiden verheiratet sind - wilde Ehe also. Es ist ein ganz normales Wort ohne anrüchigen Beigeschmack; wenn man auf die Frage nach dem gesetzlichen Familienstand mit "en concubinage" antwortet, so ist das völlig normal.
Das männliche Gegenstück zur "concubine" ist übrigens der "concubin". Und dazu gibt es auch gleich einen Witz :

Il ne faut pas être né à la Havane, pour être un concubin !!!

Wörtlich übersetzt : Man muß nicht in Havanna geboren sein, um ein "concubin" (also ein Mann in wilder Ehe lebend) zu sein.
Klar, daß das nicht witzig ist ; gibt ja keinen Sinn. Das Wort "concubin" klingt allerdings haargenauso wie "con cubain" (= kubanischer Depp)  smiley Und damit sind wir auch schon beim nächsten Absatz :

 

Französische Witze

Sehr geläufig sind Witze, die sich auf Doppeldeutigkeiten einer Vokabel beziehen : 

Une course entre Bush et Ben Laden : qui va gagner ? Ben Laden ; il a déjà deux tours d'avance !
(bei einem Rennen zwischen George Bush und Usama Ben Laden : wer gewinnt ? Ben Laden, er hat schon zwei Türme (aber auch "Runden") Vorsprung!

(Wenn Sie jetzt denken, die Franzosen wären zynisch, weil sie darüber Witze  machen ; den Witz gibt's in Deutschland auch : Wer gewinnt die Schachpartie zwischen Bush und Ben Laden? Ben Laden; er hat noch seine beiden Türme)

oder aber auf die gleiche Aussprache zweier verschiedener Wörter :

Quel est le point commun entre un taureau et un roi ? Les deux rentrent dans l'arène (la reine) !
(Was haben ein Stier und ein König gemeinsam ? Beide treten / dringen in die Arena / die Königin ein !)
- was natürlich im Deutschen keinerlei Sinn und Witz ergibt; im Französischen aber hat das Wort "rentrer" eben die Doppelbedeutung "eintreten" und "eindringen", zum anderen werden "l'arène" und "la reine" genau gleich ausgesprochen.

Nationalitätenwitze : was die Ostfriesen bei Witzen für die Deutschen sind, sind die Belgier für die Franzosen.

Portugiesen sind in Frankreich meistens im Baugewerbe beschäftigt, deshalb werden männliche, portugiesische Babies nach der Geburt an die Wand geworfen : bleibt es kleben, wird er später mal Maurer, fällt es herunter, wird er später mal Fliesenleger

Was macht eine Portugiesin, die auf die Schnelle mal 5 Kilo abnehmen will ? Sie rasiert sich die Beine !

Am Ende der Seite finden Sie den Link zur Seite mit Witzen auf Französisch .

 

Schlusswort :

Schätzen Sie sich glücklich, Deutsch als Muttersprache erlernt zu haben. Deutsch als Fremdsprache ist um einiges schwieriger als die meisten anderen europäischen Sprachen (alleine schon die drei verschiedenen Artikel der, die, das ! Denken Sie dran, wenn Sie am fluchen sind, weil Sie im Französischen immer le und la verwechseln). Oder warum heißt das deutsche Verb "anrufen " und dann wird es auseinander gerissen und in der Reihenfolge verdreht: Ich rufe dich an !?!? Auch nicht leicht zu erklären, oder?

Also Geduld, Französisch ist eine der schönsten Sprachen :

 

So ,  und nun geht's hier weiter zu den Witzen (auf französisch) : Les blagues

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