
Geboren in Bukarest wuchs Henri Necrescu in der Auberge seines Vaters auf und ging bereits mit 15 nach Paris, Monaco und später auch Nizza. Dort wurde er als Maître d'hôtel bald der Liebling der großen Financiers wie Rockefeller oder Vanderbildt. Er setzte es sich in den Kopf ein Hotel zu errichten, das diesem Publikum gerecht wurde. Dazu bereiste er die ganze Welt um die berühmtesten Hotels zu besuchen und sich von jedem das beste Detail herauszusuchen und schließlich den Inbegriff des Luxus und Komfort zu schaffen.
Schlussendlich überzeugte er seine Financiers und verpflichtete den holländischen Stararchitekten Edouard Niermans (Architekt des Hotel de Paris, Monaco und dem Palace Hotel in Madrid, dem Zwillingshotel des Negresco).
Der Einweihung 1913 wohnten unter anderem acht gekrönte Häupter und die Crème de la Crème der internationalen Gesellschaft bei.
Als nur ein Jahr später der Krieg ausbrach, wurde das Hotel konfisziert und als Hospital benutzt. Henri Negrescu war 1918 schließlich ruiniert und starb 1920 im Alter von nur 52 Jahren.
Das Hotel hat sich von den Kriegsauswirkungen nie wieder richtig erholt, bis es dann 1957 von den Familien Mesnage und Augier aufgekauft wurde und eine Wiedergeburt erlebte.
Noch
heute ist es im Besitz und unter der Fürsorge von Jeanne Augier, die in der
weithin sichtbaren Kuppel des Hotels an der "Promenade des Anglais"
ihr Büro hat. In
jahrzehntelanger Arbeit hat sie das Hotel mit seinen 121 Zimmern
und 24 Suiten zu einem Museum französischer
Kunst gemacht hat.
Neben Raritäten wie dem fünf Meter hohen und 16 800 Teile umfassenden Baccara-Lüster,
ursprünglich von Zar Nikolas II für den Kreml in Auftrag gegeben, dort aber
wegen der Revolution nie angekommen oder dem 375 m² großen Teppich (dem größten
der Welt - er kostete 1912 bereits 300.000 Goldfranken = 10 % der
Gesamtbaukosten des Hotels !!!), befinden sich in allen Etagen des Hotels von großen
Künstlern handsignierte Teppiche , in den opulenten Sälen wertvolle
Ölgemälde und gleich daneben die berühmten "Nanas" von Niki de
Saint Phalle.
Nach dem Tod der heute 80 jährigen Jeanne Augier wird das Negresco von einer Stiftung verwaltet werden. Der Verkauf jeglicher Kunstschätze oder Inventars ist per Satzung verboten und selbst die Teppiche müssen laut Satzung von Restauratoren im Falle ihrer Abnutzung wiederhergestellt werden.
Das Negresco wurde gerade vom "ministre de la culture" zum historischen Denkmal erklärt.
© 2003 www.voila-la-france.de
Sind Sie zufällig auf diese Seite gelangt und haben kein Navigationsframe ? Dann
geht's hier zur original Startseite